Schweres Asthma: Monatliche Injektion hilft, tägliche Steroidtherapie zu beenden oder zu reduzieren

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Die Forschung ist auf der Suche nach alternativen Behandlungsmethoden beim schweren Asthma, da die langfristige tägliche Einnahme von Steroiden bekanntermaßen zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen wie Osteoporose, Diabetes und erhöhter Infektanfälligkeit führen kann.

In einer Studie unter der Leitung von Forschenden des King’s College London (Großbritannien) hat eine monatliche Injektion 90 Prozent der Patienten mit schwerem Asthma geholfen, die tägliche Einnahme von Steroidtabletten zu reduzieren, die mit langfristigen Nebenwirkungen verbunden sind. Mehr als die Hälfte der Probanden, die die Injektion erhalten hatten, konnten ihre tägliche Steroidtherapie vollständig beenden, ohne dass sich ihre Symptome verschlechterten.

In der klinischen Studie (WAYFINDER) begleiteten die Autoren Patienten mit schwerem Asthma, die ein Jahr lang alle vier Wochen eine Behandlung mit dem Antikörper Tezepelumab erhielten.

Alle Teilnehmer der WAYFINDER-Studie litten an schwerem Asthma. Sie wurden an jeweils einem von 68 klinischen Zentren in elf Ländern, darunter auch Deutschland, rekrutiert. Sie erhielten alle vier Wochen Tezepelumab und füllten nach 28 und 52 Wochen Fragebögen zu ihren Asthmasymptomen und ihrer Medikation aus. Wie die Wissenschaftler berichten, führte die Behandlung mit Tezepelumab nicht nur zur Reduktion oder gar Beendigung der Steroidtherapie, sondern auch zu einer signifikanten Verbesserung der Asthmasymptome, der Lungenfunktion und der allgemeinen Lebensqualität. Während der Studie blieben zwei Drittel der Patienten anfallsfrei. Diese Besserung zeigte sich bereits nach zwei Wochen Behandlung und hielt bis zum Studienende an.

Ergebnisse im Detail

In die einarmige, offene Phase-IIIb-Studie schlossen die Forschenden 382 Patienten (18–80 Jahre) mit schwerem, unkontrolliertem Asthma ein, die eine Erhaltungsdosis von 5 bis 40 mg Prednison oder Prednisolon pro Tag (oder ein Äquivalent) erhielten. Sie wurden dann bis zu 52 Wochen lang alle vier Wochen mit 210 mg Tezepelumab subkutan behandelt. Die Untersuchung umfasste zwei primäre Endpunkte, die in den Wochen 28 und 52 beurteilt wurden. Den ersten bildete der Anteil der Teilnehmenden, die ihre verordnete Erhaltungsdosis an oralen Corticosteroiden auf 5 mg pro Tag oder weniger reduzierten, ohne dass die Asthmakontrolle beeinträchtigt wurde. Der zweite primäre Endpunkt war der Anteil der Teilnehmer, die die Therapie mit oralen Corticosteroiden ohne Beeinträchtigung der Asthmakontrolle absetzten.

Von 382 Teilnehmenden insgesamt erhielten 298 Tezepelumab und wurden in die Wirksamkeits- und Sicherheitsanalysen einbezogen. Die mittlere Dosis oraler Corticosteroide zu Beginn der Studie betrug 10,8 mg (SD 6,5) pro Tag. Der Anteil der Teilnehmer, die mit einer Erhaltungsdosis von 5 mg/Tag oder weniger ohne Asthmakontrolle auskamen, betrug in Woche 28 265 von 298 (88,9 % [95 %-KI 84,8–92,3]) und in Woche 52 268 von 298 (89,9 % [85,9–93,1]). Der Anteil der Teilnehmer, die die oralen Corticosteroide ohne Verlust der Asthmakontrolle absetzten, wird für die Woche 28 von den Forschenden mit 96/298 (32,2%) und in Woche 52 mit 150/298 (50,3%) angegeben.

Die Reduktion und das Absetzen der oralen Corticosteroide erfolgten in vordefinierten Subgruppen, basierend auf dem Ausgangswert der Bronchodilatation, dem fraktionierten exhalierten Stickstoffmonoxid-Gehalt oder dem Allergie-Status. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse stellte man bei 28 (9,4%) Patienten fest (Asthma [13 Teilnehmer] und Pneumonie [3Teilnehmer] waren am häufigsten). Bei vier Patienten (1,3%) führten unerwünschte Ereignisse zum Abbruch der Tezepelumab-Behandlung. Zwei Teilnehmer verstarben während der Studie; in keinem der Fälle wurde jedoch ein ursächlicher Zusammenhang mit der Tezepelumab-Behandlung festgestellt.

Hilfe bei langfristiger Asthmakontrolle

Im vergangenen Jahr hatte ein anderes Team am King’s College bereits herausgefunden, dass ein weiterer Antikörper, Benralizamab, bei bestimmten Asthma- und COPD-Anfällen injiziert werden kann, um den Bedarf an weiterer Behandlung zu reduzieren. Diese jüngste Entdeckung könnte Betroffenen helfen, ihr Asthma langfristig zu kontrollieren.

„Da Tezepelumab auch allergiebedingte Symptome lindert und chronische Rhinosinusitis verbessert, sind die Ergebnisse besonders vielversprechend für Patienten mit schwerem Asthma, die unter Symptomen der oberen und unteren Atemwege leiden“, erklärt Prof. David Jackson, Experte für Atemwegsmedizin am King’s College London und klinischer Leiter der Asthma-Abteilung der Guy’s und Royal Brompton Hospitals des Guy’s and St Thomas’ NHS Foundation Trust. „Die WAYFINDER-Studie ist ein wichtiger Fortschritt für Patienten mit schwerstem Asthma, die täglich orale Steroide benötigen, um eine zufriedenstellende Krankheitskontrolle zu erreichen.“

Die Ergebnisse der WAYFINDER-Studie wurden Ende November auf der Wintertagung 2025 der British Thoracic Society vorgestellt und kürzlich in „The Lancet. Respiratory Medicine“ publiziert. Finanziert wurde die Studie von den Unternehmen Astrazeneca und Amgen.

(ac)