Bei etwa der Hälfte der Betroffenen diagnostiziert: Darmkrebs und Analkarzinome bei perianalem Morbus Crohn

KOPENHAGEN (Biermann) – Ziel einer Übersichtsarbeit und Metaanalyse war es, die Häufigkeit sowie die Risikofaktoren für Darmkrebs und Analkarzinomen bei Patienten mit perianalem Morbus Crohn zu bewerten. Die dänischen Studienautoren führten dazu eine systematische Literaturrecherche durch und schlossen insgesamt 5 geeignete Studien in ihre Auswertungen ein.

Von der Gesamtzahl der bewerteten Patienten litten 26,5 % an einem perianalen M. Crohn. Das mediane Follow-up betrug 6 Jahre. Bei 0,43 % der M.-Crohn-Patienten trat ein KRK auf (127 Fälle). Bei 50 % der Dickdarmkrebspatienten war die Peri­analregion betroffen. Eine Spezifizierung hinsichtlich rektalem Krebs bzw. Analkarzinomen erfolgte in 3 der 5 Studien – mit einer Häufigkeit von 0,3 bzw. 0,1 %.

In einer Untergruppenanalyse von Patienten mit Rektal- und Analkrebs war die perianale Beteiligung mit 46 % der Fälle beim Analkarzinom am häufigsten. In der Gruppe der Rektumkarzinome war die Perianalregion in 37 % betroffen. Zudem konnte eine höhere KRK-Inzidenz bei Patienten mit peri­analem M. Crohn bestätigt werden.

Damit liegt bei 50 % der Patienten mit einem KRK oder einem Analkarzi­nom ein perianaler M. Crohn vor. Bei Betroffenen mit perianaler Beteiligung ist der Anteil von Analkrebs signi­fikant höher als der von Rektumkarzinomen. Diese Ergebnisse stützen die Theorie, dass Patienten mit perianalem M. Crohn ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Darm- und Analkrebs haben. (je)

Autoren: Pollen Johansen M et al.
Korrespondenz: Dr. Martha P. Johansen; [email protected]
Studie: Perianal Crohn‘s Disease and Colorectal and Anal Cancer: A Systematic Review and Metaanalysis
Quelle: J Crohns Colitis 2023;17(3):361–368.
doi: 10.1093/ecco-jcc/jjac143