Bei roten, schmerzenden, brennenden Augen zum Augenarzt12. März 2018 In der kalten Jahreszeit verstärken diverse Faktoren das Trockenheitsgefühl am Auge – doch hinter trockenen Augen können sich auch gravierende Erkrankungen verbergen, sodass bei entsprechenden Symptomen eine augenärztliche Abklärung geraten ist. Foto: © fizkes – Fotolia.com Trockene Augen zählen zu den häufigsten Augenleiden. Rund 20 Prozent der Augenarztpatienten sind deswegen in Behandlung. In der kalten Jahreszeit verstärken trockene Heizungsluft, eine geringe Luftfeuchtigkeit und langes Arbeiten am Computer häufig die Symptome. Experten der Stiftung Auge raten, bei roten, kratzenden und brennenden Augen dennoch in jedem Fall den Augenarzt aufzusuchen, da auch ernstere Erkrankungen dahinter stecken können. Außerdem gibt die Stiftung Auge Tipps, wie das Office-Eye-Syndrom gelindert werden kann. Ursache für trockene Augen kann entweder ein Tränenmangel oder eine zu schnelle Verdunstung des Tränenfilms sein. „Der Tränenfilm mit einer ausreichenden Menge an Tränen ist wichtig für die Gesundheit der Augen“, erklärt Prof. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. „Er benetzt die Augenoberfläche, hält diese glatt und geschmeidig und spült Fremdkörper weg. Zudem versorgt er die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.“ Verändert sich die Zusammensetzung des Tränenfilms, kann die Augenoberfläche nicht mehr richtig versorgt werden. Die unangenehmen Folge sind Schmerzen, Jucken und Tränen – ein Gefühl wie Schleifpapier in den Augen. Es gibt allerdings auch andere Ursachen für trockene Augen. „Rheumatische Erkrankungen, Diabetes mellitus oder chirurgische Eingriffe am Auge können ebenfalls das sogenannte Sicca-Syndrom hervorrufen“, erläutert Holz. Auch die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente – dazu zählen die Anti-Baby-Pille oder Schlaf- und Beruhigungsmittel – können zu trockenen Augen führen. Gleiches gilt für Umweltbelastungen und klimatische Einflüsse wie trockene Umgebungsluft, Klimaanlagen oder Staub. Zusätzlich tritt bei trockenenen Augen oft eine Lidrandentzündung auf. Dabei sind die Drüsen im Bereich der Lidränder verstopft, die den Fettanteil der Tränenflüssigkeit produzieren – die Augen trocknen dann noch schneller aus. „Betroffene, die Symptome wie Jucken, Brennen oder Rötungen in den Augen wahrnehmen, sollten dies unbedingt durch einen Augenarzt abklären lassen“, betont der Stiftungsvorsitzende. „Nur so können ernsthafte, andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.“ Es gibt unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten bei trockenen Augen. Tränenersatzmittel können helfen, die Augenoberfläche zu benetzen. Je nach Schweregrad kommen unterschiedliche Präparate infrage. „Arzt und Patient sollten gemeinsam entscheiden, welches Tränenersatzmittel geeignet ist, da die Wirksamkeit und Verträglichkeit sehr unterschiedlich empfunden wird“, rät die Stiftung Auge. Träger weicher Kontaktlinsen sollten nur Mittel ohne Konservierungsstoffe verwenden, da diese sich in der Kontaktlinse anreicherten und dann die Hornhaut schädigen könnten. Bei sehr ausgeprägten Beschwerden und einer unzureichenden Benetzung können die Tränenabflusskanälchen mit einem kleinen Eingriff verschlossen werden, um die verfügbare Tränenmenge zu erhöhen. Zusätzlich können kleine Maßnahmen im Alltag dazu beitragen, die Symptome zu lindern. Tipps zur Linderung der Beschwerden bei trockenen Augen: – Beschwerden in jedem Fall augenärztlich abklären – mehrmals täglich für frische Luft im Raum sorgen – Luftbefeuchter für die richtige Luftfeuchtigkeit im Raum einsetzen – Luftzirkulation im Auto niedrig halten. Das Gebläse sollte selten eingesetzt und die Luft nicht zu stark aufgeheizt werden. Das Gebläse nie direkt auf die Augen richten. – ausreichend trinken (mindestens zwei Liter Wasser am Tag) – Häufiges und bewusstes Blinzeln beim Lesen und bei der Arbeit am Computer können helfen, den Tränenfilm zu erneuern. Stiftung Auge: 2008 von der DOG gegründet, setzt sich die Stiftung Auge dafür ein, vermeidbare Erblindungen und schwere Seheinschränkungen zu bekämpfen. Informationen zu den Projekten der Stiftung Auge sind unter http://www.stiftung-auge.de nachzulesen. Quelle: Stiftung Auge der DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
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