Bei weiblichen Krebsüberlebenden könnte frühzeitige Brustkrebsvorsorge sinnvoll ein

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Anthrazyklinhaltige Chemotherapien sind bei Frauen, die in der Kindheit eine Krebserkrankung überlebt haben, mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs assoziiert. Aber die derzeitige Evidenz reicht noch nicht aus, um für mit Anthrazyklinen behandelte Frauen ein frühes Brustkrebs-Screening zu empfehlen.

Eine in „Nature Medicine“ veröffentlichte Analyse könnte dies ändern. Erstautorin Yuehan Wang vom Princess Máxima Center for Pediatric Oncology, Utrecht, Niederlande, und ihre Kollegen poolten individuelle Patientendaten von 17.903 Krebsüberlebenden aus 6 Studien. Insgesamt 782 Frauen (4,4%) hatten in der Folge Brustkrebs entwickelt.

Die niederländischen Forschenden analysierten die dosisabhängigen Effekte einzelner
Anthrazyklin-Wirkstoffe auf die Entwicklung von Brustkrebs sowie mögliche Interaktionen mit einer Bestrahlung der Brust. Dabei fanden sie ein dosisabhängig erhöhtes Brustkrebsrisiko für Doxorubicin (HR pro 100 mg/m2: 1,24; 95%-KI 1,18–1,31).

Frauen, deren kumulative Doxorubicindosis ≥200 mg/m2 lag, hatten ein um mehr als das 2-Fache erhöhtes Risiko für Brustkrebs im Vergleich zu Frauen, die kein Doxorubicin erhalten hatten (HR 2,50 für 200–299 mg/m2; HR 2,33 for 300–399 mg/m2 und HR 2,78 für ≥400 mg/m2). Auch Epirubicin war mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko assoziiert (ja/nein: HR 3,25; 95%-KI 1,59–6,63). Für Daunorubicin erwiesen sich die Assoziationen nicht als statistisch signifikant.

Bei Patientinnen, die eine Strahlentherapie erhalten hatten, betrug die HR pro 100 mg Doxorubicin /m2 1,11 (95%-KI 1,02–1,21), für diejenigen ohne Strahlentherapie 1,26 (95%-KI 1,17–1,36). Für die Forschungsgruppe um Wang bedeutet dies, dass es sinnvoll sein könnte, bei weiblichen Krebsüberlebenden, die ≥200 mg/m2 Doxorubicin erhalten haben, frühzeitig mit dem Screening auf Brustkrebs zu beginnen. Dies sollte sich, ergänzen sie, auch in Brustkrebsvorsorge-Empfehlungen für Krebsüberlebende sowie künftigen Therapieprotokollen niederschlagen. (nec)