Beliebtes Computerspiel fördert soziale Kompetenzen und kognitive Prozesse

Minecraft kann australischen Forschern zufolge bei jungen Gamern Lernen, Kreativität und soziale Entwicklung fördern. (Quelle: © Creative Commons)

Vielen Eltern bereitet es Sorgen, wenn ihre Kinder Zeit mit Online-Spielen wie Minecraft verbringen. Forscher der University of South Australia können hier nun Entwarnung geben: Ihnen zufolge fördert das beliebte Computerspiel soziale Interaktionen und kognitive Lernprozesse.

Die Studie fand heraus, dass das gemeinsame Spielen von Minecraft Teamwork, Kommunikation und soziale Fähigkeiten der Kinder fördert, da die Spieler Ideen austauschen und Probleme in Echtzeit lösen.

„Nach allem, was wir von den Interaktionen der Kinder mit Minecraft gesehen haben, ist es weit mehr als nur ein digitaler Zeitvertreib; es ist ein virtueller Spielplatz, auf dem Kinder Problemlösungsfähigkeiten, Zusammenarbeit und Sprachkenntnisse entwickeln können“, erklärt die Autorin und UniSA-Forscherin Dr. Vincenza Tudini.

„Wir wissen auch, dass Minecraft ein pro-soziales Spiel ist, bei dem die Spieler einander grüßen und positive Spielbewertungen abgeben, wenn sie miteinander interagieren. Während sie spielen oder Videos ansehen, erweitern sie ihre Sprachkenntnisse und verbessern ihre digitale Kompetenz. Team- und Problemlösungsfähigkeiten werden in Minecraft ebenfalls groß geschrieben. Im Gegensatz zu herkömmlichen Videospielen, bei denen der Wettbewerb und das Erzielen von Punkten im Vordergrund stehen, ist Minecraft eine offene Erfahrung, die Kinder zum Bauen, Erforschen und Interagieren anregt, wobei die Spieler oft zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen“, fährt Tudini fort.

Neben reichhaltigen Lernmöglichkeiten bringt das Spiel aber auch Herausforderungen mit sich – insbesondere in offenen Online-Umgebungen. „Alle Online-Räume bergen Sicherheitsrisiken. Während Minecraft positive soziale Interaktionen fördert, können öffentliche Server Kinder Online-Risiken wie Mobbing oder Interaktionen mit unbekannten Spielern aussetzen“, ergänzt Tudini.

„Um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten und das pädagogische Potenzial des Spiels zu maximieren, müssen sowohl Eltern als auch Pädagogen aktiv einbezogen werden. Wir müssen die Kinder über sichere Spielpraktiken aufklären, das Spielen mit bekannten Freunden fördern und die Inhalte überwachen, um ein sicheres Spielerlebnis zu gewährleisten.“

Tudini empfiehlt Eltern daher,

  • das gemeinsame Spielen mit bekannten Freunden oder Geschwistern zu fördern, um soziale Fähigkeiten und Teamwork zu verbessern.
  • sich für familienfreundliche oder private Server zu entscheiden, um die Risiken zu verringern, die mit öffentlichem Multiplayer-Spielen verbunden sind.
  • Online-Inhalte zu überwachen, um sicherzustellen, dass die Kanäle angemessen sind.
  • mit ihren Kindern über Online-Sicherheit zu sprechen, Grenzen für die Weitergabe persönlicher Informationen zu setzen und eine respektvolle Online-Kommunikation zu fördern.
  • für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Bildschirmzeit und anderen Offline-Aktivitäten zu sorgen.