Beobachtungsdaten bei Herzinsuffizienz: Zusammenhang bedeutet nicht Kausalität14. Januar 2019 © peterschreiber.media – fotolia.com Häufig werden aus Beobachtungs- und nicht randomisierten Studien Behandlungs-„Effekte“ abgeleitet. Doch diese hätten inhärente Verzerrungen und Einschränkungen, die auf Basis ihrer Ergebnisse zu unzuverlässigen therapeutischen Rückschlüssen führen können, betonen Forscher um Dr. Christopher J. Rush. Daher verglichen sie Ergebnisse solcher Studien mit jenen prospektiver randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) in Bezug auf Herzinsuffizienz(HF)-Therapien. Dieser umfassende Vergleich zeige, dass aus beobachteten Zusammenhängen keine zuverlässigen therapeutischen Schlüsse gezogen werden können. Auch wenn Studien zweifellos Lücken in der Evidenz ließen und ausgewählte Teilnehmer einbezögen, blieben sie eindeutig der beste Leitfaden für die Behandlung, so das Fazit der Autoren. Für ihre Studie hatten die Forscher Medline und Embase nach Studien zum Zusammenhang zwischen nicht randomisierter medikamentöser Therapie von HF-Patienten durchsucht (bis zum 31.12.2017). Von Interesse waren Therapien mit Angiotensin-Converting-Enzym-Inhibitoren, Angiotensin-Rezeptorblockern, Betablockern, Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten (MRAs), Statinen und Digoxin. Die Ergebnisse dieser Beobachtungsstudien verglichen sie mit jenen relevanter RCTs. Rush und seine Kollegen identifizierten 92 Publikationen zu 94 nicht randomisierten Studien, in denen 158 Schätzungen der „Wirkung“ dieser sechs Therapien auf die Gesamtmortalität beschrieben wurden. In einigen Studien wurden mehr als eine Behandlung und/oder ein HF-Phänotyp untersucht. Diese sechs Therapien wurden auch in 25 RCTs getestet. So zeigten 2 zentrale RCTs, dass MRA die Mortalität bei Patienten mit HF mit reduzierter Ejektionsfraktion verringerten. Nur 1/12 nicht randomisierten Studien kam jedoch zu dem Schluss, dass MRA von Nutzen sind, wobei 10 eine neutrale und 1 Studie eine schädliche Wirkung angaben. Fazit Aus Beobachtungs- und nicht randomisierten Studien können keine therapeutischen Rückschlüsse für HF-Patienten abgeleitet werden. Autoren: Rush CJ et al. Korrespondenz: Prof. John J. V. McMurray;[email protected] Studie: Association is not causation: treatment effects cannot be estimated from observational data in heart failure Quelle: Eur Heart J 2018;39(37):3417–3438. Web: dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehy407
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