Bereits ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma erhöht das Risiko für affektive Störungen30. Mai 2024 Foto: © Kzenon – stock.adobe.com Bereits ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma erhöht bei Kindern das Risiko für eine psychische Erkrankung bis zu vier Jahre lang erheblich. Das zeigt eine US-amerikanische Studie, die in „Pediatrics“ veröffentlicht wurde und die Inzidenz und das relative Risiko für neue affektive und Verhaltensstörungen über vier Jahre nach der Verletzung bestimmt hatte. Die Kohortenstudie umfasste Patienten im Alter von bis zu 17 Jahren, bei denen zwischen 2000 und 2014 ein leichtes leichtes Schädel-Hirn-Trauma (mild traumatic brain injury, mTBI) diagnostiziert worden war (n=18.917). Die Vergleichsgruppe umfasste pro mTBI-Patient zwei nichtexponierte Patienten (n=37.834), die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und hinsichtlich Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und Datum des Arztbesuches (Referenzdatum der mTBI-Verletzung) abgeglichen wurden. Zielparameter der Studie war eine Diagnose von affektiven oder Verhaltensstörungen in den vier Jahren nach der mTBI oder dem Referenzdatum. Die Analyse der Daten ergab für die mTBI-Gruppe in den ersten drei Jahren nach der Verletzung ein signifikant höheres bereinigtes Risiko für affektive Störungen, insbesondere im zweiten Jahr mit einem Anstieg des Risikos um 34 Prozent. Die bereinigten Risiken für Verhaltensstörungen waren in den Jahren 2 und 4 signifikant, mit einem Anstieg des Risikos um bis zu 37 Prozent. Das höchste Risiko für affektive und Verhaltensstörungen nach der Verletzung hatten zehn- bis 13-jährige Patienten. Entsprechend empfehlen die Autoren, Kinder auch nach einer mTBI fortlaufend auf Affekt- und Verhaltensstörungen zu screenen. Nur so könnten persistierende Zustände identifiziert werden, die die Genesung behindern können. (ej)
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