Berufspolitisches Update: Bürokratieabbau bleibt eine der wichtigsten Herausforderungen11. März 2026 Der ewige Ärger über die Bürokratie … kommt bald Entlastung für die Ärzteschaft? Illustration: © iodrakon – stock.adobe.com Berufspolitik erfordert oft einen „langen Atem“. Viele Themen brauchen viel Zeit im gesundheitspolitischen Diskurs. Aber es gibt auch Fortschritte und Erfolge, wie der Pressetalk zum AAD-Auftakt zeigte. Die Liste der Themen ist lang – und zum größten Teil auch lange bekannt. Die Frage, welche berufspolitischen Themen in diesem Jahr auf der Agenda des Berufsverbandes der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) stehen, beantwortete dessen Vorsitzender Daniel Pleger mit mehr als einem halben Dutzend Themen. Die demografische Entwicklung, der immer weiter reichende Einzug Künstlicher Intelligenz (KI) in den Praxisalltag, die extrem belastende Bürokratie, die Entbudgetierung ärztlicher Leistungen, die wachsende Zahl von Augenscreening-Angeboten durch Drittanbieter oder auch die Diskussion um das Primärarztsystem waren nur einige der Themen, die der BVA-Chef auflistete. Punkte-Plan der KBV zum Bürokratieabbau Die Entlastung von unnötiger Bürokratie sei dringend erforderlich, machte Pleger deutlich. Der hier erzeugte Aufwand sei angesichts der sich stellenden Herausforderungen in der Versorgung nicht mehr nachvollziehbar. So verbrächten Ärzte im Schnitt rund 60 Arbeitstage pro Jahr nur mit Verwaltungsarbeiten. Einen ersten kleinen Teil-Fortschritt konnte er jedoch mitteilen. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) habe erklärt, dass „etwas passieren“ solle.Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) habe hierzu aktuell einen Punkte-Plan erstellt, berichtete Pleger. Ein zentraler Punkt sei die Einführung einer Bagatellgrenze für Regresse, die 300 Euro betragen sollte, lägen doch circa 80 Prozent aller Regresse unterhalb dieses Wertes. Mit einer solchen Bagatellgrenze würden Praxen bürokratisch stark entlastet und Zeit für die Patientenversorgung könnte zurückgewonnen werden.Auch für klinische Studien zeichnet sich bürokratische Entlastung ab, wie Cursiefen mitteilte. Die Bundesregierung habe hier die Genehmigungen durch Ethikkommissionen etwas verschlankt und auch Musterverträge sollen für bestimmte Bereiche möglich sein. Leistungsgruppe und Kontextfaktoren Von einem Erfolg für die stationäre Augenheilkunde berichtete DOG-Generalsekretär Prof. Claus Cursiefen. So sei es im Zuge der Krankenhausreform gelungen, dass die Augenheilkunde eine eigene Leistungsgruppe erhalten habe. Wichtig sei zudem, dass Kontextfaktoren für die Bereiche Katarakt und Schielbehandlung festgelegt worden seien, denn bei bestimmten Patienten könnte es erforderlich sein, sie auch stationär zu behandeln. Wichtig sei zudem, die stationäre Augenheilkunde in Form von Kompetenzzentren zu erhalten. Ausnahme vom Überweisungsvorbehalt Dringend plädierte Pleger dafür, dass für das Fach Augenheilkunde die Ausnahme vom Überweisungsvorbehalt erhalten bleibt. So stehe es zwar bisher im Koalitionsvertrag, aber die Diskussion um das Thema Primärarztsystem ober Primärversorgung lasse dies nicht immer so eindeutig erscheinen. „Es ist wichtig, dass Patienten direkt zu uns kommen können“, betonte Pleger. Das sei gerechtfertigt wegen des hohen Spezialisierungsgrades der Augenheilkunde und wegen der ebenso speziellen Geräte. Das Fach krisenresilient machen Als neues Thema, das die DOG auf ihrer Klausurtagung gesetzt hat, nannte DOG-Generalsekretär Cursiefen die Krisenresilienz. Das Fach müsse sich in der Versorgung verstärkt auf Krisen- und Kriegssituationen ausrichten. Hierzu wolle man verstärkt mit Fachgesellschaften für Traumatologie kooperieren, wären im Ernstfall doch auch zahlreiche Patienten mit schwersten Augenverletzungen zu versorgen.Bereits aktiv auf dem Gebiet Krisenresilienz seien zahlreichen ukrainische Kollegen. Diese würden ihre Landsleute beim Aufbau nötiger Versorgungsstrukturen unterstützen. Forschungsergebnisse schneller in die Praxis umsetzen Ein weiteres wichtiges Anliegen von DOG und BVA ist die stärkere und schnellere Übersetzung von Fortschritten der ophthalmologischen Forschung in die Patientenversorgung. Neben der Patientenversorgung seien hier auch wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Aspekte von Bedeutung, dies gelte es künftig stärker auszuspielen, hieß es. Erste Schritte in diese Richtung gehe die DOG hier bereits mit Beratungsunterstützung, mit dem Patentpreis und mit dem auf dem DOG-Kongress 2025 initiierten Ophthalmo-Pitch, denn: „Neue Entdeckungen in der Schublade helfen keinem Patienten.“ (dk/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Ankündigung: Berufspolitisches Seminar – diesmal etwas anders" Ankündigung: Berufspolitisches Seminar – diesmal etwas anders Das berufspolitische Seminar des Berufsverbandes der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) findet in diesem Jahr nicht nur zu einem neuen Zeitpunkt, sondern auch in anderer Form – als Workshop – […]
Mehr erfahren zu: "Pressetalk: KI, Chancen und Herausforderungen der Augenheilkunde" Pressetalk: KI, Chancen und Herausforderungen der Augenheilkunde Deutschlands größter augenheilkundlicher Fortbildungskongress, die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) ist gestartet.
Mehr erfahren zu: "„Auge goes Wacken“ … geht weiter" „Auge goes Wacken“ … geht weiter Die Aktion „Auge goes Wacken“ geht in die nächste Runde. Das zum AAD-Silberjubiläum 2025 gestartete Projekt von Stiftung Auge, DOG und BVA mit der Wacken Foundation wird in diesem Jahr […]