Berufsverband beklagt mangelnde Ausstattung von Praxen

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Der  Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) beklagt die unzureichende Ausstattung ambulanter Praxen mit Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln. Die stationären Kapazitäten könnten die Herausforderungen allein nicht bewältigen, ist sich der Verband sicher.

Die Politik und alle Akteure im Gesundheitswesen arbeiten mit Hochdruck daran, Kapazitäten im stationären Bereich auszubauen, etwa indem zusätzliche Betten und Personal aus anderen Bereichen in Intensivbetten umgewidmet werden. Ärzte und Belegschaft der Krankenhäuser leisteten Unglaubliches, würdigte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die Arbeit der Kollegen in den Kliniken. Schutzkleidung und Atemmasken seien dazu unabdingbar und würden hoffentlich auch zügig geliefert werden.

Die mangelnde Ausstattung mit Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln betreffe jedoch auch in großem Umfang die ambulanten Praxen der Kinder- und JugendärztIinnen. Und die Konsequenzen daraus seien weitreichend und nicht verantwortbar, die der BVKJ. „Ungenügend geschütztes medizinisches Personal und Ärzteschaft gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch ganz unmittelbar und direkt die PatientInnen – und in noch stärkerem Ausmaß die zukünftige medizinische Versorgung, wenn Praxen wegen Infizierungen und Erkrankungen des Personals oder der Ärzte geschlossen werden müssen“, erklärte Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ. Die niedergelassenen Kinder- und JugendärztInnen täten schon jetzt alles in ihrer Macht Stehende, um die größtmögliche Sicherheit ihrer jungen PatientInnen zu gewährleisten – vom telefonischen Vorab-Screening über die Trennung von Infekt- und übrigen Patienten oder die Verschiebung nicht zwingend notwendiger Vorsorgeuntersuchungen bis hin zur Videosprechstunde.

Die ambulante Erstbegutachtung und die schnelle Weiterleitung von konkreten Verdachtsfällen durch die niedergelassenen Kinder- und JugendärztInnen seien von entscheidender Bedeutung für die Bewältigung der Krise, so der Berufsverband. Ohne diese Filterung und Kanalisierung der Patienten würde der stationäre Bereich noch viel schneller an seine Grenzen stoßen.

Der BVKJ fordert deshalb eindringlich von der Politik, die gemachten Zusagen zur Ausstattung der ambulanten Versorgung einzuhalten und die Praxen schnellstmöglich mit Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel zu versorgen. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie könne nur gelingen, wenn ambulanter und stationärer Sektor effektiv zusammenarbeiten. Ohne den weiteren Betrieb der Praxen von Kinder- und JugendärztInnen kann dies nicht gelingen. „Den Eltern sagen wir: Wir werden weiter alles geben, um ihre Kinder bestmöglich zu versorgen, wenn man uns lässt!“, versicherte Fischbach.