Berufsverband der Deutschen Urologen fordert große Impf-Allianz21. November 2018 „Für eine bundesweite Strategie für organisierte Impfprogramme in Gesundheitsämtern, Kindergärten und Schulen bedarf es einer starken Allianz pro Impfen.”, ist Urologen-Präsident Axel Schroeder überzeugt. Foto: BvDU Der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) fordert angesichts großer Impflücken in der Bevölkerung eine konzertierte Strategie, um den Impfschutz zu stärken, und sieht insbesondere den Gesetzgeber in der Pflicht. Immer neue Masernausbrüche, mehr als 10.000 Keuchhustenfälle im letzten Jahr und Grippe-Impfquoten, die bei gut einem Drittel der über 60-Jährigen stagnieren: Deutschland steht im Kampf gegen impfpräventable Erkrankungen schlecht da. „Zur Verbesserung des Impfschutzes der Bevölkerung benötigen wir eine gesamtgesellschaftliche Impf-Allianz mit Beteiligung des Gesetzgebers, um neue Strukturen und Rahmenbedingungen einführen zu können“, sagt der Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BvDU), Dr. Axel Schroeder. Der Verband stellt diese Forderung vor dem Hintergrund der laufenden Urologischen Themenwoche zur HPV-Impfung, mit der sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der BvDU noch bis zum 23. November gemeinsam für die bundesweite Aufklärung über die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) einsetzen. Krebsprävention durch Impfung „Die HPV-Impfung ist echte Krebsprävention. Doch die Impfquote liegt gut zehn Jahre nach der Impfeinführung für die Mädchen nur um die 40 Prozent“, konstatiert Dr. Schroeder. So bedürfen in Deutschland pro Jahr ca. 56.000 junge Frauen einer Konisation aufgrund HPV-bedingter Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, während diese in Australien bei einer Impfrate von rund 90 Prozent nahezu eliminiert sind. Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnet jährlich 7850 HPV-assoziierte Krebserkrankungen bei Frauen und Männern. Die Zahl der Anogenitalwarzen ist um ein Vielfaches höher. „Wir hoffen, mit der Themenwoche anlässlich der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Jungenimpfung, der Impfprophylaxe gegen HP-Viren einen Schub geben zu können. Für die generelle Verbesserung des Impfschutzes in Deutschland aber reichen einzelne Aktionen und Appelle nicht aus“, so der Präsident des BvDU. Aktuell ruft etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Masern-Impfcheck auf, und die Deutsche Krebsstiftung formiert unter Beteiligung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte ein Bündnis für ein bundesweites organisiertes HPV-Schulimpfprogramm. “Auch eine Impfpflicht kann man diskutieren“ „Als impfende Facharztgruppe mit hoher Impfkompetenz wissen wir um die große Bedeutung von Information, Beratung und Aufklärung durch die Ärzte, dennoch ist die politische Forderung nach einer gesellschaftlich konzertierten Aktion für den BvDU unerlässlich, um vorhandene Impflücken zu schließen”, betont Schroeder. Der Urologe sieht ärztliche Berufsverbände, das RKI, die STIKO, Krankenkassen, Politiker und vor allem den Gesetzgeber in der Pflicht: „Für eine bundesweite Strategie für organisierte Impfprogramme in Gesundheitsämtern, Kindergärten und Schulen bedarf es einer starken Allianz pro Impfen. Auch eine Impfpflicht kann man diskutieren.“ Der NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, sprach sich bereits für die Einführung der Impfpflicht gemäß der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI aus und fordert den Nachweis eines kompletten Impfschutzes bei Kindern vor dem Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen. Letzteres wird vom BvDU unterstützt. (BvDU/ms)
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