Bessere Lebensqualität bei schwerer Demenz29. Juli 2019 Foto: ©Kmat – stock.adobe.com Menschen mit schwerer Demenz sind eine fast „vergessene“ Personengruppe – es gibt kaum Angebote zur Verbesserung ihrer Lebensqualität. Das Forschungsprojekt MAKS-s soll dies ändern. Anfang Juli dieses Jahres startete das neue Projekt, das von Prof. Elmar Gräßel, Leiter des Zentrums für Medizinische Versorgungsforschung der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, geleitet wird. Seit zwei Jahrzehnten erforscht Gräßel nicht medikamentöse Therapieverfahren bei Demenz und will nun mit seinem Team für alle Menschen mit Demenz ein passendes Angebot etablieren. Seit Projektstart erarbeiten die Wissenschaftler entsprechende Materialien und treffen Vorbereitungen für den Beginn der Praxisphase. Dafür werden aktuell noch 24 stationäre Pflegeeinrichtungen in Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg gesucht, die ab Oktober 2019 an MAKS-s teilnehmen möchten. Das Projekt wird vom GKV-Spitzenverband mit rund 400.000 Euro gefördert. Hauptziele von MAKS-s sind die Verbesserung der Lebensqualität sowie die Verringerung von psychischen und Verhaltenssymptomen bei Menschen mit schwerer Demenz. Erreicht werden soll dies durch die nicht medikamentöse MAKS-s-Intervention. Diese besteht aus den vier Komponenten „motorisch“, „alltagspraktisch“, „kognitiv“ und „sozial“. Sie sprechen die zentralen menschlichen Grundbedürfnisse nach Bewegung („M“), sinnvoller Beschäftigung („A“), sensorischer Anregung („K“) und sozialer Interaktion („S“) an. Anhand eines strukturierten Handbuchs führen zwei geschulte Personen die MAKS-s-Therapie an drei Tagen pro Woche jeweils eine Stunde lang mit einer Kleingruppe von sechs Menschen mit schwerer Demenz („s“) durch. Gräßel erforscht seit Jahren erfolgreich die Wirksamkeit der psychosozialen MAKS®-Therapie bei Menschen mit Demenz und kognitiven Beeinträchtigungen in Pflegeheimen und in der Tagespflege. Zu seinem Team gehören u. a. die Psychologin und Gerontologin Kristina Diehl sowie der Psychologe André Kratzer. „Wir benötigen in Pflegeheimen eine fördernde Betreuung von Menschen mit schwerer Demenz“, betont Gräßel. „So können wir ihre Teilhabe und ihr Wohlbefinden verbessern und gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit der betreuenden Pflege- und Betreuungskräfte steigern.“ Die Forschungsergebnisse zeigen: MAKS ermöglicht eine Stabilisierung der kognitiven und der alltagspraktischen Fähigkeiten, eine Verbesserung sozialer Verhaltensweisen sowie eine Verminderung neuropsychiatrischer Symptome wie Aggressionen, Unruhezustände etc. Über das neue Projekt sollen nun auch Menschen mit schwerer Demenz von der MAKS-Therapie profitieren. Zusätzlich untersucht das Projekt die Frage, ob sich durch den Einsatz von MAKS-s auch das Belastungserleben von Pflege- und Betreuungskräften reduzieren lässt. Denn dieses wird entscheidend durch die Begleitsymptomatik von Menschen mit Demenz mitbestimmt.
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Verbesserte Risikoklassifikation beim Neuroblastom" Verbesserte Risikoklassifikation beim Neuroblastom Die molekulare Klassifizierung von Neuroblastomen anhand von Telomererhaltungsmechanismen kann die bisherige Risikoklassifikation von Kindern mit Neuroblastom verbessern. Dies berichten Forschende der Uniklinik und Medizinischen Fakultät der Universität Köln im „Journal […]
Mehr erfahren zu: "„Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher" „Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher Der Tag, an dem die Einnahmen aus dem allgemeinen Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung rechnerisch nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben für das gesamte Jahr zu finanzieren, ist in diesem Jahr […]