Bessere Versorgung von Schwangeren mit Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs16. März 2023 Ein neuartiger Abstrichtest kann die Versorgung und Betreuung von schwangeren Frauen mit Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zukünftig verbessern. (Quelle: Karin Kaiser/MHH) Ein neuer Test ermöglicht Aussagen über das Fortschreiten einer Krebsvorstufe und könnte somit die Behandlung der betroffenen Frauen verbessern. Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs treten vor allem bei Frauen zwischen 25 und 35 Jahren auf. Hauptrisikofaktor für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs ist das Humane Papillomvirus (HPV). Ein operativer Eingriff ist die Behandlung erster Wahl. Bei schwangeren Frauen ist eine solche Operation jedoch problematisch, da sich der Gebärmutterhals verkürzt und nicht mehr stabil genug ist. Aus diesem Grund müssen betroffene Frauen bislang mehrmals in der Schwangerschaft zu Kontrolluntersuchung kommen. Ein neuartiger Abstrichtest, der über den Muttermund durchgeführt wird, könnte zukünftig die Behandlung betroffener Frauen verbessern. Eine Studie unter Beteiligung von Forschenden des Comprehensive Cancer Center (CCC) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) setzte Methylierungstests ein, um das Fortschreiten von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals zu überwachen. Methylierungswerte gaben dabei Auskunft zum Schweregrad der Krebsvorstufe „Der Test kann uns helfen, die betroffenen Frauen bis nach der Entbindung konservativ zu betreuen, also schwangere Frauen nicht am Muttermund zu operieren, sondern stattdessen zu kontrollieren und gegebenenfalls erst nach der Entbindung zu behandeln“, erklärte Prof. Peter Hillemanns, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der MHH. Schweregrad der Krebsvorstufe hängt mit der Methylierung zusammen Über die Methylierung werden Tumorsupressorgene deaktiviert. Das HP-Virus hat damit ein einfaches Spiel und kann die Krebsentwicklung vorantreiben. Die Studie untersuchte die Methylierungsmarker MFAM19A4 und miR124-2. Es wurde ein Abstrichtest bei 127 Frauen mit und ohne Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs gemacht. Bei unauffälligen Befunden oder Krebsvorstufen, die sich zurückentwickelten, ergab der Test niedrige Methylierungswerte. Hohe Methylierungswerte traten hingegen bei fortschreitenden Krebsvorstufen oder Krebs auf. „Wir können uns mithilfe des Tests bei niedrigen Werten sicher sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus der Vorstufe ein Krebs entwickelt, oder irgendwo versteckt Krebs vorhanden ist, extrem gering ist“, erklärte Hillemanns. „Das unterstützt uns bei der Betreuung der Patientinnen“. Auch nichtschwangere Frauen profitieren vom Test Vor allem bei jungen Frauen, die ihre Familienplanung vielleicht noch nicht begonnen oder abgeschlossen haben, hätte eine herkömmliche Operation unschöne Konsequenzen auf Grund des erhöhten Risikos einer Frühgeburt. Mit einem solchen Test ließen sich Krebsvorstufen jedoch gut überwachen. „Es gibt bereits Testverfahren, die in der Routineversorgung eingesetzt werden können“, sagte Hillemanns. „Wir müssen allerdings noch weitere Erfahrungen sammeln. Dann wollen wir die Tests im Rahmen der Leitlinie zur Prävention des Gebärmutterhalskrebses bewerten“. An der Studie waren des Weiteren Forschende des Universitätsklinikums Düsseldorf, des Universitätsklinikums Amsterdam, des Self-screen B.V. Amsterdam, des Klinikums Wolfsburg und der Universitätsklinik Erlangen beteiligt.
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