Nierenobstruktion/-infektion durch Harnleitersteine: Perkutane Nephrostomie möglichst innerhalb von sechs Stunden21. Mai 2026 Foto: © nadzeya/stock.adobe.com Eine Dekompression mittels perkutaner Nephrostomie (PCN) innerhalb von sechs Stunden ist bei Patienten mit durch Harnleitersteine verursachten Nierenobstruktionen und -infektionen mit deutlich besseren infektiologischen und klinischen Ergebnissen verbunden. Das berichtet ein Forscherteam um Erstautorin Orel Hemo. Harnleitersteine mit Harnwegsinfektion (UTI) stellen einen urologischen Notfall dar, der eine umgehende Dekompression erfordert, um sepsisbedingte Morbidität und Mortalität zu verhindern, erklären die Autoren. Obwohl die PCN eine weit verbreitete Drainagemethode ist, sei der optimale Zeitpunkt für ihre Anlage nach wie vor unklar. In dieser Studie untersuchten sie den Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der PCN-Anlage und den klinischen Ergebnissen. Veröffentlicht wurde die Studie im „Journal of Endourology“. Daten von mehr als 740 Patienten Die Forscher führten eine retrospektive Auswertung von 744 Patienten durch, bei denen zwischen 2011 und 2023 aufgrund von Harnleitersteinen und UTI eine PCN durchgeführt wurde. Die Patienten teilten sie nach der Zeit bis zur Drainage ab der Ankunft in der Notaufnahme in folgende Gruppen ein: unmittelbar (<6 Stunden), früh (6–24 Stunden) und verzögert (>24 Stunden). Den Infektionsstatus beurteilten sie bei der Aufnahme sowie vor und nach der PCN-Anlage. Primäre Endpunkte waren Sepsis, septischer Schock und die Einweisungsraten auf die Intensivstation (ICU). Im Rahmen einer multivariaten Analyse ermittelten die Autoren Prädiktoren für eine nicht unmittelbare Drainage. Mehrere Prädiktoren im Fokus In der Gruppe mit unmittelbarer Drainage sank die Sepsis-Rate nach der PCN-Anlage (61,4% vor der PCN vs. 45,2% nach der PCN), während die Rate der septischen Schocks unverändert blieb (23,7% vs. 23,2%). In der Gruppe mit früher Drainage blieb die Sepsis nach der PCN-Anlage unverändert (59,1% vs. 59,5%), während der septische Schock zunahm (12,9% vs. 31%). Ein ähnliches Muster zeigte sich in der Gruppe mit verzögerter Behandlung: Die Sepsis-Rate blieb unverändert (38,7% gegenüber 36,9%), doch die Rate der septischen Schocks stieg nach der PCN-Anlage an (7% gegenüber 15,5%). Eine unmittelbare Drainage war mit einer kürzeren Krankenhausaufenthaltsdauer, weniger Einweisungen auf die Intensivstation und einer früheren Steinbehandlung verbunden. Zu den Prädiktoren für eine nicht unmittelbare Drainage gehörten die Ankunft in der Nachtschicht, das weibliche Geschlecht, ein erhöhter Kreatininwert und ein höheres Alter. (ri/ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Hydronephrose: Neuartige Stent-Hülle kann Nierendruck frühzeitig erkennen Aufklärung per virtueller Realität reduziert Angst vor Lithotripsie
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