Bewegungsstörungen bei Diabetes

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Diabetes mellitus ist mit einem Verlust der somatosensorischen und motorischen Funktion verbunden, was zu Beeinträchtigungen des Ganges, des Gleichgewichts und der manuellen Geschicklichkeit führt.

Datengesteuerte Neuroimaging-Studien berichten häufig über einen negativen Einfluss von Diabetes auf sensomotorische Regionen im Gehirn. Beziehungen zum sensomotorischen Verhalten werden jedoch selten berücksichtigt.

Das Ziel einer aktuellen Überblicksarbeit war es, Hinweise auf diabetesbedingte Störungen in 3 kritischen Schaltkreisen der Bewegungssteuerung zu eruieren: der Großhirnrinde, dem Kleinhirn und den Basalganglien. Darüber hinaus diskutierten die Autoren, wie die Degeneration des Zentralnervensystems (ZNS) mit dem Verlust des sensorischen Feedbacks der Gliedmaßen aufgrund einer peripheren Neuropathie interagieren kann, was bei Personen mit Diabetes zu motorischen Beeinträchtigungen führt.

Laut der Autoren ist das Verständnis von Bewegungsstörungen bei Menschen mit Diabetes unvollständig, Komplikationen sowohl im zentralen als auch im peripheren Nervensystem werden nicht ausreichend berücksichtigt.

Fazit
Neuroimaging-Hinweise auf gestörte zentrale sensomotorische Schaltkreise deuten darauf hin, dass bei Personen mit Diabetes möglicherweise unerkannte Verhaltensstörungen vorliegen. Die Auswertung der Literatur zu ZNS-Beiträgen zur motorischen Kontrolle und zum motorischen Lernen bei gesunden Personen bietet einen Rahmen für die Erstellung von Hypothesen für zukünftige Forschungen zu diesem Thema, so der Ausblick der Autoren. (rl)

Autoren: Ferris JK et al.
Korrespondenz: Lara A. Boyd; [email protected]
Studie: Brain and Body: A Review of Central Nervous System Contributions to Movement Impairments in Diabetes.
Quelle: Diabetes 2020;69(1):3-11
Web: https://doi.org/10.2337/db19-0321