Bewertung klinischer Studien zur FDA-Zulassung von Krebsmedikamenten2. Oktober 2020 © Gorodenkoff – stock.adobe.com (Symbolbild) Laut einer neuen Untersuchung werden 2/3 aller Krebsmedikamente durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) aufgrund klinischer Studien zugelassen, die Einschränkungen in ≥1 von 4 wesentlichen Bereichen aufweisen. Bemühungen, derartige Einschränkungen zum Zeitpunkt des Entwurfes klinischer Studien zu minimieren, sind nach Ansicht der Verfasser der aktuellen Analyse unerlässlich, um sicherzustellen, dass neue Krebsmedikamente die Patienten-Outcomes gegenüber den geltenden Standards wirklich verbessern. Die Autoren untersuchten den Sachverhalt unter der Prämisse, dass solche Zulassungsstudien zwar mehrfach bewertet werden, der kumulierte Prozentsatz der Zulassungen, die auf Studien mit einer Einschränkung beruhen, aber nicht bekannt ist. Sie bewerteten daher in ihrer beobachtenden Analyse solche Studien, die zwischen dem 30.06.2014 und dem 31.07.2019 zu FDA-Zulassungen geführt hatten. Ein besonderes Augenmerk der Wissenschaftler galt dabei Einschränkungen der identifzierten Studien in 4 Bereichen: fehlende Randomisierung, fehlender signifikanter Gesamtüberlebensvorteil, unangemessene Verwendung eines Crossover-Designs und Verwendung suboptimaler Kontrollarme. Alle Indikationen wurden untersucht, und jede klinische Studie wurde hinsichtlich des Designs, des Registrierungszeitraumes, des primären Endpunktes und Einschränkungen in den untersuchten Bereichen bewertet. Die Standardtherapie wurde durch Auswertung der Literatur und bestehende Leitlinien festgelegt. Insgesamt werteten die Wissenschaftler 187 Studien aus, die zu 176 Zulassungen für 75 verschiedene neuartige Krebsmedikamente durch die FDA führten. Bei 64 (34%) handelte es sich um klinische Studien mit einem Studienarm, bei 123 (63%) um RCT. Insgesamt 125 (67%) wiesen laut der Analyse ≥1 Einschränkung in den untersuchten Bereichen auf. Bei 60 dieser 125 Studien (48%) handelte es sich um RCT. Von allen 123 RCT wurde bei 37 (30%) kein Gesamtüberlebensvorteil angegeben, 31 (25%) beinhalteten suboptimale Kontrollen und bei 17 (14%) wurde in unangemessener Art und Weise ein Crossover-Design angewendet. Fazit 2/3 aller Krebsmedikamente, die durch die FDA aufgrund klinischer Studien zugelassen sind, weisen Einschränkungen in ≥1 von 4 wesentlichen Bereichen auf. (ac) Autoren: Hilal T et al. Korrespondenz: Talal Hilal; [email protected] Studie: Limitations in Clinical Trials Leading to Anticancer Drug Approvals by the US Food and Drug Administration Quelle: JAMA Intern Med 2020;180(8):1–8. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2020.2250
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