BFAV warnt vor Datenlecks bei Krankenkassen

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Vergangene Woche meldete der AOK-Bundesverband eine Sicherheitslücke bei einer Anwendung, die zum Datenaustausch etwa mit Leistungserbringern genutzt wird. Der Bayerische Facharztverband (BFAV) zeigte sich besorgt.

Seit Donnerstag den 1. Juni war der Datenverkehr zwischen mehreren AOKen und den daran angeschlossenen Leistungserbringern zum wiederholten Male durch einen Hacker Angriff in diesem Fall auf den IT Dienstleister MOVEit blockiert. Betroffen waren neben dem AOK-Bundesverband die AOKen Baden-Württemberg, Bayern Bremen Hessen Rheinland-Pfalz/Saarland Sachsen-Anhalt und PLUS 80.

Am 2. Juni meldete der AOK-Bundesverband, dass mehrere AOKen von einer Sicherheitslücke in einer Software zur Datenübertragung betroffen sind, die bei zahlreichen Firmen im In- und Ausland zum Einsatz komme. Dadurch werde möglicherweise ein nicht autorisierten Zugriff auf die Anwendung „MOVEit Transfer“ geschaffen, die von den AOKen zum Datenaustausch mit Firmen, Leistungserbringern und der Bundesagentur für Arbeit genutzt werde.

Derzeit werde noch geprüft, ob die Sicherheitslücke einen Zugriff auf die Sozialdaten von Versicherten ermöglicht hat. Die entsprechende Prüfung sei aktuell noch nicht abgeschlossen, man werde aber „zeitnah informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen“ heißt es in einer Mitteilung des AOK-Bundesverbandes. Dieser versichert, dass nach dem Vorfall, die für einen solchen Fall vorgesehen Maßnahmen zur Sicherung der Daten „umgehend eingeleitet“ worden seien, externe Datenverbindungen sind zur Sicherheit getrennt worden.

Inzwischen ist nach Auskunft des AOK-Bundesverbandes die Sicherheitslücke geschlossen und ein sicherer Datenaustausch wieder möglich. Das System sei auf neuen Servern mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wiederhergestellt worden. Ein Abfluss von Sozialdaten gab es nach bisherigem Kenntnisstand nicht, die Analyse eines vom AOK-Bundesverband beauftragten Dienstleisters sei aber noch nicht abgeschlossen.

Der BFAV zeigt sich verwundert: Gernot Petzold, Augenarzt in Kulmbach und gleichzeitig IT-Spezialist im Vorstand des BFAV fragt sich, „wie es möglich ist, dass wiederholte Cyberangriffe auf professionelle IT-Dienstleister im Gesundheitswesen ‒ wie aktuell MOVEit ‒ mit einer angeblich hervorragenden Sicherheitsstruktur die Kommunikationsstrukturen derart lahmlegen können.“ (ja)