BG Kliniken und Bundeswehrkrankenhäuser wollen enger zusammenarbeiten

Delegation des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und der BG Kliniken (Foto: obs/Presse- und Informationszentrum Sanitätsdienst/Steve Eibe)

Die Kliniken der gesetzlichen Unfallversicherung (BG Kliniken) und der Sanitätsdienst der Bundeswehr haben vereinbart, bei der Akutversorgung und Rehabilitation ihrer Patienten zukünftig enger zusammenarbeiten. Mit der im Bundesverteidigungsministerium unterzeichneten gemeinsamen Absichtserklärung wollen beide Vertragspartner ihr gegenseitiges Engagement auf allen medizinischen Gebieten schrittweise ausbauen.

Ulrich Baumgärtner und Reinhard Nieper bei der Unterzeichnung des Letter of Intent. (Foto: obs/Presse- und Informationszentrum Sanitätsdienst/Steve Eibe)

In einem ersten Schritt sollen zunächst die Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Wissenstransfer und Forschung ausgelotet werden. Hierbei stehen das Entwerfen praktischer Lösungen für Probleme in der Notfallmedizin und die Erprobung neuer Behandlungsmethoden in der Rehabilitation im Vordergrund.

Oberstes Ziel des gemeinsamen Engagements sei es, den Menschen, die sich im Dienst beziehungsweise im Beruf verletzt haben, professionell dazu zu verhelfen, möglichst ohne Einschränkungen in ihr bisheriges Leben zurückzukehren, so die Bundeswehr. Weiterhin sollen auch eine engere Zusammenarbeit einzelner Standorte durch die Verzahnung medizinischer Leistungsangebote geprüft werden. Ziel in der Versorgungsforschung sei hierbei, dass Innovationen schnell bei den Patienten ankommen.

Am 13. September 2019 werde sich die Lenkungsgruppe das erste Mal zu einer Arbeitssitzung treffen.

Personal ist der Schlüssel zum Erfolg

Ein weiteres gemeinsames Projekt ist die Personalgewinnung. Reinhard Nieper, Vorsitzender Geschäftsführer der Holding der BG Kliniken: “Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen macht auch vor unseren Kliniken nicht Halt. Eine starke Partnerschaft mit gemeinsamen Fort- und Weiterbildungsmodellen oder standortübergreifenden Rotations- und Hospitationsmöglichkeiten kann viel dazu beitragen, BG Kliniken und Bundeswehrkrankenhäuser im Wettbewerb besser als Arbeitgeber zu positionieren.”

Gemeinsam noch stärker

Beiden Vertragspartnern gemeinsam ist die Spezialisierung auf die Akutversorgung und Rehabilitation. Dabei arbeite man nicht gewinnorientiert und sorge für eine bestmögliche Betreuung der Patienten nach höchsten medizinischen Ansprüchen, so die Partner. Darüber hinaus übernehme man einen Versorgungsauftrag für die Gesamtbevölkerung und stehe Patienten aller Krankenversicherungen offen. Eine engere Zusammenarbeit werde dazu beitragen, diese Aufgaben noch wirksamer und nachhaltiger zu erfüllen, sagte Generaloberstabsarzt Dr. Ulrich Baumgärtner. 

Hintergrund: Beide Institutionen sind mit ihren zusammengenommen 18 Einrichtungen auf zwölf Bundesländer verteilt. Die Standorte beider Partner gelten als erste Anlaufstellen für Rettungs- und Notfallmedizin in ihrer Region. An ihren fünf Standorten behandeln die Bundeswehrkrankenhäuser bundesweit rund 60.000 stationäre und fast 400.000 ambulante Patienten pro Jahr. In den neun Akutkliniken, zwei Kliniken für Berufskrankheiten und zwei ambulante Einrichtungen der Berufsgenossenschaft werden jährlich rund 560.000 Patienten behandelt. Weiterhin engagieren sie sich in den Traumanetzwerken der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und sind auf Katastrophen und Großschadensereignisse vorbereitet.