Bidirektionale Assoziation zwischen Zöliakie und CED: Simultanes Auftreten lässt auf gemeinsame Ätiologie schließen5. Mai 2023 GÖTEBORG (Biermann) – Schwedische Forschende überprüften in einer Studie das Risiko von Patienten mit Zöliakie, an einer CED zu erkranken (und umgekehrt) vs. gesunde Vergleichspersonen aus der Allgemeinbevölkerung. Anhand von schwedischen Gesundheitsregister- und Histopathologiedaten identifizierten die Wissenschaftler 48.551 Patienten mit Zöliakie und 83.529 mit CED (Diagnose-Zeitraum: 1969–2016). Jeder Patient wurde mit alters- und geschlechtsgleichen Personen aus der Allgemeinbevölkerung verglichen (Zöliakie: n=240.136; CED: n=408.195). Die HR für CED wurde bei Zöliakie-Patienten und umgekehrt geschätzt. Die Hauptanalyse beschränkte sich insbesondere auf Ereignisse, die über das 1. Jahr des Follow-ups hinausgingen, um eine mögliche Verzerrung durch die Überwachung zu minimieren. Es wurde bei 784 (1,6 %) der Zöliakie-Patienten eine CED diagnostiziert, verglichen mit 1015 (0,4 %) der angepassten Vergleichspersonen. Bei Zöliakie-Patienten betrug die HR für CED 3,91 (95 %-KI 3,56–4,31), mit weitgehend ähnlichen HR für Morbus Crohn (4,36; 95 %-KI 3,72–5,11) und Colitis ulcerosa (3,40; 95 %-KI 3,00–3,85). Umgekehrt wurde bei 644 (0,8 %) der CED-Patienten und 597 (0,1 %) der Vergleichspatienten eine Zöliakie diagnostiziert. Die HR für eine Zöliakie bei CED-Patienten betrug 5,49 (95 %-KI 4,90–6,16), wobei die höchsten Risikoschätzungen für C. ulcerosa (HR=6,99; 95 %-KI 6,07–8,05) beobachtet wurden, die HR für M. Crohn lag bei 3,31 (95 %-KI 2,69–4,06). Bei Patienten mit einer Zöliakie und einer CED betrug das Diagnoseintervall in der Regel <1 Jahr, jedoch wurde selbst nach 10 Jahren Nachbeobachtung eine HR von 3–4 beobachtet. Während des 20-jährigen Follow-up entwickelten 2,5 % der Zöliakie-Patienten eine neue CED und 1,3 % der CED-Patienten entwickelten eine Zöliakie. Diese bidirektionale Assoziation zwischen der Zöliakie-Diagnose und einer CED sollte daher zukünftig bei Erst- und Folgeuntersuchungen dieser Erkrankungen berücksichtigt werden. Ihr gemeinsames Auftreten lässt auf eine gemeinsame Ätiologie schließen, unabhängig von der zeitlichen Abfolge. (je) Autoren: Marild K et al.Korrespondenz: Karl Marild; [email protected]Studie: Association of Celiac Disease and Inflammatory Bowel Disease: A Nationwide Register-Based Cohort StudyQuelle: Am J Gastroenterol 2022;117(9):1471–1481.doi: 10.14309/ajg.0000000000001834