Bilanz 2019: Uni-Augenklinik Homburg/Saar transplantierte erstmals mehr als 600 Korneae

Das klare Transplantat wird mit zwei 10-0-Nylonfäden der Stärke 30 µm manuell eingenäht. Diese Fäden werden nach zwölf und 18 Monaten entfernt. Foto: Universitätsaugenklinik Homburg/Saar

Die Universitätsaugenklinik Homburg/Saar meldet für das Jahr 2019 einen neuen Rekord: 609-mal verpflanzten Ophthalmochirurgen eine Augenhornhaut.

„Oft ist die Hornhautverpflanzung die einzige Möglichkeit, das Augenlicht eines Patienten zu retten – Voraussetzung ist die Gewebespende“, betont die Augenklinik. So hätten im vergangenen Jahr 359 Menschen nach ihrem Tod 715 Augenhornhäute gespendet, die von der LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz aufbereitet und konserviert worden seien.
Die LIONS-Hornhautbank wurde am 14. Juli 2000 mit dem Ziel gegründet, die Großregion mit Spenderhornhäuten optimaler Qualität zu versorgen. Die Einrichtung einer Hornhautbank in der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes UKS in Homburg/Saar soll helfen, die Wartezeit auf eine Spenderhornhaut zu verkürzen.

„Getreu dem saarländischen Motto „Großes beginnt im Kleinen“ profitieren mittlerweile nicht mehr nur die Menschen der Region von dem saarländischen Kleinod, sondern es werden Patienten aus ganz Deutschland, Luxemburg, Frankreich und dem weiteren Ausland in Homburg mit einer Hornhautverpflanzung versorgt“, betont Klinikdiorektor Prof. Berthold Seitz und ergänzt: „Insgesamt konnten bis 2019 4844 Verpflanzungen durchgeführt werden.“

Infektionen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen können die Hornhaut des Auges trüben. Trotz des 1997 verabschiedeten Transplantationsgesetzes warten nach Angaben der Klinik bundesweit rund 5000 Menschen auf eine Spenderhornhaut. In Homburg/Saar seien es mehr als 370 Patienten. Die Versorgung dieser Patienten stehe im Fokus der Arbeit der Hornhautbank und so habe am 26. Juli 2018 die 4000. Hornhauttransplantation seit Gründung durchgeführt werden können.

Das Wachstum der LIONS-Hornhautbank und des Transplantationsstandortes Homburg zu einer Institution mit überregionaler Bedeutung zeige sich aber nicht nur in der Anzahl der entnommenen Hornhäute, die seit 2000 auf fast das Fünffache angewachsen sei (von 154 auf 715 in 2019), sondern vor allem auch im Anstieg der von vier Operateuren durchgeführten Hornhautransplantationen. Seit 2006 beträgt diese Steigerung laut Klinikmitteilung bereits mehr als das Neunfache: von damals 65 auf nunmehr 609.

„Um die Patientenversorgung auf höchstem Niveau weiterhin zu gewährleisten und zukunftsfähig zu sein, wurde am 19. Februar 2019 das ‘Klaus Faber Zentrum für Hornhauterkrankungen inkl. LIONS-Hornhautbank Saar-Lor-Lux, Trier/Westpfalz’ gegründet“, erinnert die Klinik. Das Herzstück dieser neuen Hornhautbank sei ein im Schalenprinzip angelegter Laborbereich mit höchster Reinraum-Qualität. Neben dieser hochmodernen Reinraum-Hornhautbank stünden zudem drei permanente Wetlabs mit sechs OP-Mikroskopen und Instrumenten zur Verfügung. Die Ausbildung in diesen Trainings-OPs biete jungen wie auch erfahrenen Operateuren die Möglichkeit, praktische Fertigkeiten in neuen Techniken zu erlernen.

In diesem Jahr wird die Universitäts-Augenklinik des Saarlandes das 20-jährige Bestehen der zweiten LIONS-Hornhautbank in Deutschland* feiern.

*Anm. d. Red.: Die erste Lions-Hornhautbank wurde 1995 an der Heinrich Heine-Universität in Düsseldorf errichtet. Weitere folgten in Freiburg, Würzburg und Heidelberg.