Biologie und Therapie von Prostatakrebs: MicroRNA weist den Weg7. April 2020 Eine neuartige Färbetechnik ermöglicht die gleichzeitige Darstellung und Untersuchung von miRNAs (weiß) und ihren regulierten Zielproteinen (rot) auf Ebene der Einzelzellen (blau; Zellkerne). Foto: © Sven Wach, Erlangen Wissenschaftler aus Erlangen/Nürnberg und Leipzig haben neue Erkenntnisse zur Rolle von MicroRNAs bei Prostatakrebs erlangt. Aus ihren Forschungen entwickelten sie ein experimentelles Therapiemodell, mit dem es gelang, das Tumorwachstum entscheidend zu bremsen. Ein Team um Dr. Sven Wach und Prof. Helge Taubert vom Lehrstuhl für Urologie der Universität Erlangen/Nürnberg und der Pharmakologe und Toxikologe Prof. Achim Aigner von der Universität Leipzig wendeten eine innovative Nachweistechnik an, die auf der gleichzeitigen Markierung von RNA-Molekülen und Proteinen mithilfe von Fluoreszenzfarbstoffen basiert. Mit der anschließenden hochauflösenden Mikroskopie gelang es Ihnen, auf Gewebeschnitten simultan sowohl die regulierende MicroRNA als auch das regulierte Protein darzustellen. Dadurch konnten sie die Beziehung auf Ebene einzelner Zellen und sogar innerhalb von Zellen genauer untersuchen. Ein prominentes Ergebnis hierbei war, dass das im Prostatakarzinom gut bekannte Tumorprotein ERG und die regulierende MicroRNA miR-145 niemals zusammen in Tumorzellen auftreten (s. Abb.; Eckstein et al. Lab Invest 2019;99:1527-1534).Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entwickelte das Forscherteam anschließend exemplarisch ein experimentelles Therapiemodell. Hierfür wählten die Wissenschaftler die MicroRNA miR-143 und das von ihr regulierte Protein uPAR aus, das eine wichtige Rolle für die Tumorausbreitung spielt. In ihrem Therapiemodell zeigten sie, dass die Injektion von miR-143 ausreicht, um das Tumorwachstum entscheidend zu hemmen (Wach et al. Mol Ther Nucleic Acids 2019;16:272-283). In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher diese experimentelle Therapie mit den aktuell in der Klinik angewandten Therapieformen, wie Hormonentzug oder Chemotherapie, kombinieren (Aigner A. Nanomedicine (Lond) 2019;14:2777-2782). Die Wilhelm Sander-Stiftung hat dieses Forschungsprojekt mit rund 182.000 Euro unterstützt. Zweck der Stiftung mit Sitz in München ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. (Wilhelm Sander-Stiftung / ms)
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