Biomarker für psychische Erkrankungen gesucht11. Mai 2018 Foto: © zinkevych – Fotolia.com Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) wollen im Rahmen einer breit angelegten Studie Biomarker identifizieren, die helfen, psychiatrische Erkrankungen besser zu diagnostizieren. Die BeCOME-Studie (Biological Classification of Mental Disorders) soll Aufschluss darüber geben, ob und welche objektiv erhobenen Messwerte wichtige zusätzliche Aussagen über psychische Störungen liefern können. Die Vermutung dahinter: Die Diagnosen sind bisher viel zu ungenau. „Es gibt nicht die eine Depression oder Schizophrenie, sondern viele verschiedene Formen“, lautet die Einschätzung von Prof. Elisabeth Binder, Studienleiterin und Direktorin des MPI. „Um Patienten gezielter behandeln zu können, müssen wir besser diagnostizieren können“, resümiert sie. Die Wissenschaftler und Ärzte am MPI erheben für die Studie deshalb genetische und epigenetische Informationen und messen verschiedene körperliche Parameter und Hirnfunktionen. Das Herzstück des Untersuchungsprogramms bilden Messungen, die bestimmte Hirnprozesse abbilden: Mithilfe des Magnetresonanztomographen erhalten die Experten Einblick in strukturelle und funktionelle Strukturen des Gehirns. Molekulare Marker gewinnen sie durch Untersuchungen des Blutes. Neuropsychologische Tests absolvieren Teilnehmer am Computer oder im Gespräch mit einem Therapeuten. Sie liefern Erkenntnisse über die Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit oder die kognitive Flexibilität. Zu den psychophysiologischen Tests gehört neben der Messung der Blickbewegung und der Hautleitfähigkeit auch die Pupillometrie. Dabei wird die Reaktion der Pupille auf einen Lichtreiz gemessen. Auch diese Ergebnisse könnten Indikatoren für psychische Erkrankungen sein. Teilnehmer gesucht Patienten mit Depression und Angst, die aktuell keine Psychopharmaka einnehmen, können bei der Studie genauso mitmachen wie gesunde Probanden. Sie unterstützen dadurch die Wissenschaft, erfahren viel über ihren Körper und erhalten buchstäblich Einblick in ihr Gehirn. “Insbesondere in dieser Breite ist unser Ansatz weltweit neu und basiert auf wissenschaftlichen Ergebnissen der vergangenen Jahre”, betonte Prof. Martin Keck, Chefarzt und Direktor der Klinik am MPI.
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