Blasenkrebs: Neue Behandlung kann Tumore bei 82 Prozent der Patienten eliminieren15. August 2025 Foto: © natali_mis/stock.adobe.com Ein neues Wirkstofffreisetzungssystem, TAR-200, eliminierte Tumore in einer klinischen Phase-2-Studie bei 82 Prozent der Patienten mit hochriskantem nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs, deren Krebs zuvor therapieresistent war. „Bisher standen diesen Patienten nur sehr begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese neue Therapie ist die bislang wirksamste für die häufigste Form von Blasenkrebs“, betont Erstautorin Dr. Sia Daneshmand von der University of Southern California (USC), Erstautorin der neuen Studie, die in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht wurde. Die klinische Studie SunRISe-1 wurde an 144 Standorten weltweit durchgeführt. Sie umfasste 85 Patienten mit einer Form von Blasenkrebs, der nicht muskelinvasiv ist. Alle Patienten in der klinischen Studie waren zuvor mit dem Immuntherapeutikum Bacillus Calmette-Guérin (BCG) behandelt worden, doch ihr Krebs war zurückgekehrt. Mit dem Ziel, den Patienten eine bessere Behandlungsoption zu bieten, behandelten urologische Onkologen die Patienten sechs Monate lang alle drei Wochen und anschließend zwei Jahre lang viermal jährlich mit TAR-200. Medikamenten- und Geräteduo getestet TAR-200 ist ein kleines, brezelförmiges Medikamenten- und Geräteduo, das das Chemotherapeutikum Gemcitabin enthält und über einen Katheter in die Blase eingeführt wird. In der Blase angekommen, gibt TAR-200 das Gemcitabin langsam und gleichmäßig über drei Wochen pro Behandlungszyklus an das Organ ab. Traditionell wurde Gemcitabin als flüssige Lösung in die Blase abgegeben, die nur wenige Stunden dort verbleibt. Dies hatte nur eine begrenzte Wirkung auf die Krebsbekämpfung, erklärt Daneshmand. „Die Theorie hinter dieser Studie war, dass das Medikament umso tiefer in die Blase eindringt und umso mehr Krebs zerstört, je länger es in der Blase verbleibt“, so Daneshmand. „Und es scheint, dass eine langsame Freisetzung der Chemotherapie über Wochen hinweg statt über nur wenige Stunden ein deutlich effektiverer Ansatz ist.“ Das Ergebnis: Bei 70 von 85 Patienten verschwand der Krebs. Und bei fast der Hälfte der Patienten war er auch ein Jahr später noch verschwunden. Die Behandlung war gut verträglich und wies nur minimale Nebenwirkungen auf. Die Studie zeigte außerdem, dass die Gabe von TAR-200 zusammen mit einem anderen Immuntherapeutikum (Cetrelimab) nicht so wirksam war wie die alleinige Gabe von TAR-200 und mehr Nebenwirkungen aufwies. Mehrere laufende Studien Die Teilnehmer der klinischen Studie werden noch ein Jahr lang beobachtet, die Studie ist jedoch für neue Teilnehmer geschlossen. Diese klinische Studie ist eine von mehreren laufenden Studien, die die Wirkung von TAR-200 und der langsamen Freisetzung von Krebsmedikamenten in die Blase zur Krebsbekämpfung untersuchen. (ri/BIERMANN)
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