Blepharitis: Gereizte Lidränder erfordern geduldige Pflege11. September 2017 Blepharitis mit Schaumbildung an der Lidkante. Foto: © Kaercher Eine Entzündung der Lidränder (Blepharitis) kann sehr unangenehm sein und lang anhaltende Beschwerden verursachen. Patienten aller Altersgruppen können betroffen sein. Dr. Thomas Kaercher vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) gibt Ratschläge, worauf besonders zu achten ist. Die Augen sind am Morgen oft verklebt, die Lidränder sind rot und geschwollen. Juckende Lidränder zeigen eine Entzündung in diesem Bereich an – eine Blepharitis. Oft greift diese Entzündung auch den Augapfel an, sie führt zu einer Rötung der Bindehaut mit Fremdkörpergefühl und Kratzen. In dieser Phase spricht man von einer Blepharo-Konjunktivitis. Die Beschwerden können verschiedene Ursachen haben, erläutert Kaercher. Am häufigsten sind Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Rosacea. Selbst milde Hauterkrankungen können starke Augenbeschwerden auslösen. Auch eine Störung der bakteriellen Besiedelung des Lidrandes kann zu einer Entzündung führen. Dabei werden die Meibom-Drüsen der Lidkante besonders geschädigt. Die Krankheit ist zum Leidwesen der Betroffenen hartnäckig. Sie verläuft meist wellenförmig und ist wiederkehrend. Die Therapie muss diesen wellenförmigen Phasen angepasst werden, sie braucht Geduld und Sorgfalt. Am allerwichtigsten ist die Reinigung und Pflege der Lidränder. Bei der Pflege sollten die Betroffenen auf folgende Punkte achten, rät Kaercher: Kontaktlinsenträger sollten die Tragezeit der Linsen verkürzen. Zwei Stunden täglich ohne Kontaktlinsen entlasten das Auge. Ein Tag pro Woche kontaktlinsenfrei hilft ebenso. Bei gereizten Lidern ist es sinnvoll, auf Kosmetika zu verzichten. Reinigung der Lidränder. Dies gelingt am sichersten mit vorgefertigten Reinigungstüchern. Die Unterlider sind einfach zu reinigen, an den Oberlidern ist der Zugang schwieriger. Diese Reinigung sollte täglich erfolgen – wie das Zähneputzen. Das vermeidet hartnäckige Verkrustungen und entleert die Meibom-Drüsen kontinuierlich. Wärme an den Lidern hilft. Bei höherer Temperatur werden die Fette der Meibom-Drüsen verflüssigt und können leichter aus den Meibom-Drüsen bewegt werden. Daher ist die Anwendung von warmen Auflagen an den Lidern sinnvoll. “Die Pflege der Lidränder muss langfristig durchgeführt werden. Das gilt besonders, wenn eine Grunderkrankung vorliegt”, betont Kaercher. Stets sollte der Augenarzt die Diagnose stellen und die Behandlung festlegen. Die Blepharitis ist oft auch eine Erkrankung der Augenoberfläche. Dann muss die Lidbehandlung durch eine Behandlung der Augenoberfläche ergänzt werden. Augenärzte können nicht nur weitere Hinweise zur Lidkantenpflege geben. Sie können in schweren Fällen auch mit entzündungshemmenden Tropfen, Salben und Tabletten behandeln.
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