Blindheit vermeiden – Leben mit Blindheit gerecht gestalten14. Februar 2019 Ausbildung im Phako-Trainingszentrum des H.V. Desai Augenkrankenhauses in Pune (Indien). Foto: © CBM/PBMA’s HVDEH Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar erinnert die Christoffel-Blindenmission (CBM) daran, dass blinde Menschen und Menschen mit anderen Behinderungen in Entwicklungsländern oft nicht am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Die CBM und ihre Projektpartner setzen sich dafür ein, dass diese gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft sind. Zugleich fördert die CBM mit Industriepartnern die augenärztliche Versorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern, um vermeidbare Erblindung – etwa durch den Grauen Star – zu verhindern. Ein neues Trainingszentrum für die Katarakt-Operation haben das Unternehmen Carl Zeiss Meditec und die CBM in Pune (Indien) gemeinsam mit dem lokalen Partner ‚The Poona Blind Men Association‘ eröffnet. Ziel ist es, landesweit Augenärzte und Pflegepersonal an modernen Geräten in der Phakoemulsifikation auszubilden. Das Trainingszentrum befindet sich im H.V. Desai Augenkrankenhaus. Die CBM unterstützt das von der ‚The Poona Blind Men Association‘ betriebene Augenkrankenhaus nach eigenen Angaben bereits seit dem Jahr 2000. Die Fachklinik, so heißt es, versorge eine Region, in der mehr als 37 Millionen Menschen leben und leiste Außeneinsätze im Umkreis von 350 Kilometern. Alleine im vergangenen Jahr hätten im H.V. Desai Krankenhaus über 580.000 Patienten Hilfe gesucht, mehr als 34.000 von ihnen seien am Grauen Star operiert worden. Für Menschen, die sich eine Behandlung nicht leisten könnten, übernehme der lokale Partner die Kosten. „In Indien, einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, ist der Ausbildungsbedarf an Augenärzten groß“, sagt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. „Mit dem neuen Zentrum tragen wir dazu bei, eine augenmedizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Davon können künftig auch ärmere Menschen in abgelegenen Regionen profitieren.“ Dr. Ludwin Monz, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG, ergänzt: „Das neue Phako-Trainingszentrum ist das Resultat aus der langjährigen, zielgerichteten Zusammenarbeit der CBM mit Zeiss. Im vergangenen Jahr haben wir bereits ein Spezial-Trainingszentrum in Paraguay eröffnet.“ Mit den Händen sehen Ein gutes Beispiel für die Reintegration Sehbehinderter, so berichtet die CBM aus ihrer Projektarbeit, ist Indika Rathnayaka aus Sri Lanka. Der 45-jährige Mann aus dem Süden des Inselstaates ist seit einem Säureangriff vor drei Jahren fast vollständig blind. Seinen Beruf als Busfahrer musste er aufgeben: „Ich war von einem Tag auf den anderen zur Untätigkeit verdammt und plötzlich bei allem auf die Hilfe anderer angewiesen“, erinnert sich Indika. Der Vater dreier Kinder suchte dringend nach Möglichkeiten, sein Leben wieder in die Hand zu nehmen. CBM-Mitarbeiter berieten ihn bei der beruflichen Neuorientierung und vermittelten ihn schließlich an den lokalen Projektpartner Navajeevana. Die NGO setzt sich seit mehr als 30 Jahren für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Sri Lanka ein und bietet auch berufsfördernde Maßnahmen an. Hier absolvierte Rathnayaka eine viermonatige Ausbildung in Ayurveda-Massage. Die Arbeit macht ihm viel Freude. Besonders dann, wenn er Menschen von ihren Schmerzen befreien kann: „Ich habe mein Augenlicht verloren, doch ich habe gelernt, mit den Händen zu sehen“, erzählt der Mann. Heute arbeitet Indika zwei Tage pro Woche als Therapeut im Ayurveda-Zentrum von Navajeevana und den Rest im eigenen Massage-Studio zuhause. Inzwischen, so die CBM abschließend, kann er von seinem Gehalt den Lebensunterhalt bestreiten. Quellen: CBM / Zeiss
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