Blutbasierter Biomarker bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

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In einer neuen Studie berichten die Autoren über den ersten validierten Biomarker, der bei Patienten mit neu diagnostizierter CED Rückschlüsse auf die Prognose zulässt. Diese Entdeckung sei ein Schritt in Richtung einer personalisierten Therapie, glauben die Wissenschaftler.

Schon zuvor hatten die Forscher eine prognostische Transkriptionssignatur in CD8-T-Zellen beschrieben, die Patienten mit CED in 2 phänotypisch unterschiedliche Untergruppen unterteilt (IBD1 und IBD2). In ihrer aktuellen Arbeit entwickelten die Forscher nun einen blutbasierten Test, der diese Untergruppen ohne Zellseparation identifiziert und somit für die klinische Anwendung bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa geeignet wäre.

Patienten mit aktiver CED wurden für die Studie vor der Therapie rekrutiert. Transkriptomische Analysen wurden an gereinigten CD8-T-Zellen und/oder Vollblut durchgeführt. Phänotypdaten erhoben die Studienautoren prospektiv und identifizierten die IBD1/IBD2-Patienten­untergruppen mittels Konsensus-Clustering von CD8-T-Zell-Transkriptomen.

In einer Trainingskohorte wurden mithilfe maschinellen Lernens Gruppen von Genen („Klassifikatoren“) identifiziert, deren unterschiedliche Expression im Vollblut die IBD1/IBD2-Untergruppen nachbildete.

Die Gene der besten Klassifikatoren waren quantitativ (q)PCR-optimiert, und weiteres maschinelles Lernen wurde verwendet, um den optimalen qPCR-Klassifikator zu identifizieren. Eine unabhängige Validierung wurde in getrennten Kohorten von 66 Patienten mit M. Crohn und 57 Patienten mit C. ulcerosa durchgeführt.

In beiden Validierungskohorten wurden Patienten mit einem auf qPCR basierenden Klassifikator mit 17 Genen in 2 Untergruppen unterteilt. Unabhängig von der zugrunde liegenden Diagnose traten bei IBDhi-Patienten (analog zu der Untergruppe IBD1 mit schlechter Prognose) signifikant aggressivere Erkrankungen auf als bei IBDlo-Patienten (analog zu IBD2), bei denen eine frühere Therapieeskalation erforderlich war (HR 2,65 für M. Crohn, HR 3,12 für C. ulcerosa) sowie mehr Eskalationen im Zeitverlauf (bei mehreren Eskalationen innerhalb von 18 Monaten: Sensitivität 72,7% [M. Crohn], 100% [C. ulcerosa]; negativer Vorhersagewert 90,9% [M. Crohn], 100% [C. ulcerosa]).

Fazit
Dies sei der erste validierte prognostische Biomarker, der die Prognose bei neu diagnostizierten Patienten mit CED vorhersagen könne und einen Schritt in Richtung einer personalisierten Therapie darstelle, so das Fazit der Autoren. (ac)

Autoren: Biasci D et al.
Korrespondenz: James Lee; [email protected]
Studie: A blood-based prognostic biomarker in IBD
Quelle: Gut 2019;68(8):1386–1395.
Web: https://doi.org/10.1136/gutjnl-2019-318343