Blutdruck: Automatisierte mit ambulanter Messung vergleichbar

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Die Vorteile der automatisiert in der Praxis erhobene Blutdruckwerte (AOBP) im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden waren bisher für die Anwendung in der Arztpraxis ungewiss. Obwohl mehrere Studien gezeigt haben, dass die AOBP genauer ist als die routinemäßige Blutdruck(BP)-Messung und keinen Weißkitteleffekt aufweist, wurde die kumulative Evidenz noch nicht systematisch überprüft.

Ziel von Dr. Michael Roerecke und seinen Kollegen war daher eine systematische Überprüfung und Metaanalyse zum Zusammenhang zwischen AOBP- und Praxis-BP-Werten, die in der klinischen Routine und in Forschungsstudien gemessen wurden, und dem im Wachzustand aufgezeichneten ambulanten BP. Letzterer gilt als Standard für die Vorhersage künftiger kardiovaskulärer Ereignisse.

Die Autoren schlossen Studien zur systolischen und diastolischen Blutdruckmessung per AOBP im Vergleich zur ambulanten BP-Messung im Wachzustand sowie zu Routine-Blutdruckmessungen und Blutdruckmessungen zu Forschungszwecken ein, wenn sie 30 Patienten oder mehr umfassten.

Analysiert wurden die gewichteten gemittelten Unterschiede (95%-Konfidenzintervall [KI]) des systolischen und diastolischen BP zwischen den verschiedenen Arten der BP-Messung. Die Daten wurden aus 31 Veröffentlichungen mit 9279 Teilnehmern (4736 Männer und 4543 Frauen) gepoolt.

In Stichproben mit einem systolischen AOBP-Wert von ≥130 mmHg waren die systolischen Routine- und Forschungs-BP-Werte wesentlich höher als die AOBP-Werte, bei einer gewichteten mittleren Differenz von 14,5 mmHg (95%-KI 11,8–17,2 mmHg; n=9; I2=94,3%; P<0,001) bei den routinemäßig gemessenen systolischen BP-Werten und 7,0 mmHg (95%-KI 4,9–9,1 mmHg; n=9; I2=85,7%; p<0,001) bei den zu Forschungszwecken erhobenen systolischen BP-Werten. Die systolischen Werte bei ambulanten BP- und AOBP-Messungen waren hingegen ähnlich, bei einer gewichteten mittleren Differenz von 0,3 mmHg (95%-KI –1,1 bis 1,7 mmHg; n=19; I2 = 90%; p<0,001).

Fazit
Automatisiert in der Praxis erhobene Blutdruckwerte sind laut einer neuen Meta-Analyse genauer als normale Routinemessungen, wenn sie ordnungsgemäß aufgezeichnet werden und der Patient allein an einem ruhigen Ort sitzt. Dann ähnelt der durchschnittliche AOBP-Wert dem bei der ambulanten Blutdruck-Messung im Wachzustand und zeigt keinen Weißkitteleffekt. (sh)

Autoren: Roerecke M et al.
Korrespondenz: Dr. Martin G. Myers; [email protected]
Studie: Comparing Automated Office Blood Pressure Readings With Other Methods of Blood Pressure Measurement for Identifying Patients With Possible Hypertension
Quelle: JAMA Intern Med 2019;179(3):351–362.
Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2018.6551