Blutdruckmessungen und Mortalität: Ambulante Werte sind ein stärkerer Prädiktor

Blutdruck
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Ambulante Blutdruckmessungen haben sich in einer aktuellen Studie als stärkerer Prädiktor der Mortalität aller Ursachen sowie der kardiovaskulären Mortalität erwiesen als Blutdruckmessungen in der Praxis. Darüber hinaus stellten die Autoren fest, dass Weißkittelhypertonie nicht gutartig war und maskierte Hypertonie mit einem höheren Sterberisiko einherging als anhaltende Hypertonie.

Im Rahmen ihrer Studie hatten Dr. José R. Banegas von der Universidad Autónoma de Madrid und seine Kollegen Daten einer Register-basierten multizentrischen nationalen Kohorte mit 63.910 Erwachsenen, die zwischen 2004 und 2014 in Spanien rekrutiert worden waren, analysiert. Die klinischen und ambulanten 24-h-Blutdruckdaten wurden in den folgenden Kategorien untersucht: anhaltende Hypertonie (erhöhter klinischer und erhöhter ambulanter 24-h-Blutdruck), Weißkittelhypertonie (erhöhter klinischer und normaler ambulanter 24-h-Blutdruck), maskierte Hypertonie (normaler klinischer und erhöhter ambulanter 24-h-Blutdruck) und Normotonie (normaler klinischer und normaler ambulanter 24-h-Blutdruck).

Im Verlauf einer medianen Nachbeobachtung von 4,7 Jahren verstarben 3808 Patienten an jeglichen Ursachen, darunter 1295 an kardiovaskulären Ursachen. Mithilfe eines Modells, das sowohl die 24-h- als auch die klinischen Messungen umfasste, ermittelten die Autoren, dass der systolische 24-h-Blutdruck stärker mit der Mortalität aller Ursachen assoziiert war als der klinische systolische Blutdruck. Für ersteren betrug die Hazard Ratio [HR] 1,58 pro Anstieg des Drucks um 1 Standardabweichung (SA) (95 %-Kon-fidenz­intervall [KI] 1,56–1,60; nach Adjustierung um den klinischen Blutdruck), für letzteren lag die HR bei 1,02 (95 %-KI 1,00–1,04; nach Adjustierung um den 24-h-Blutdruck).

Die entsprechenden HRs pro Anstieg um 1 SA beim Druck betrugen 1,55 (95 %-KI 1,53–1,57; nach Adjustierung um klinische und am Tag gemessene Blutdruckwerte) für den ambulanten nächtlichen systolischen Blutdruck und 1,54 (95 %-KI 1,52–1,56; nach Adjustierung um klinische und nächtliche gemessene Blutdruckwerte) für den ambulanten systolischen Blutdruck am Tag.

Diese Beziehungen waren über die Subgruppen nach Alter, Geschlecht und Status in Bezug auf Adipositas, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankung und antihypertensive Behandlung hinweg beständig. Banegas und seine Kollegen stellten zudem fest, dass maskierte Hypertonie stärker mit der Mortalität aller Ursachen assoziiert war (HR 2,83; 95 %-KI 2,12–3,79) als anhaltende Hypertonie (HR 1,80; 95 %-KI 1,41–2,31) oder Weißkittelhypertonie (HR 1,79; 95 %-KI 1,38–2,32). Die Ergebnisse für die kardiovaskuläre Mortalität fielen ähnlich aus wie jene für die Mortalität aller Ursachen.

Fazit
Ambulante Blutdruckmessungen waren in der Untersuchung ein stärkerer Prädiktor für die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität als Blutdruckmessungen in der Klinik.

Autoren: Banegas JR et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Relationship between Clinic and Ambulatory Blood-Pressure Measurements and Mortality
Quelle: N Engl J Med 2018;378(16):1509–1520.
Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1712231

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