Blutdruckvariabilität von Arztbesuch zu Arztbesuch17. August 2019 © triocean – stock.adobe.com Die Blutdruckvariabilität (BPV) von Arztbesuch zu Arztbesuch ist bekanntlich mit kardiovaskulären Ereignissen verbunden. Jedoch ist wenig über zugrunde liegende Mechanismen und therapeutische Implikationen bekannt. Daher führten Dr. Donald Clark III vom University of Mississippi Medical Center und seine Kollegen eine Post-hoc-Analyse 7 randomisierter klinischer Studien auf Patientenebene durch. Darin eingeschlossen waren 3912 Patienten mit koronarer Herzkrankheit, die sich 2004–2016 im Rahmen verschiedener Therapien seriellen intravaskulären Sonographie-Untersuchungen unterzogen. Die Autoren analysierten ihre BPV von Arztbesuch zu Arztbesuch, gemessen anhand der intraindividuellen Standardabweichung über 3, 6, 12, 18 und 24 Monate sowie die Progression des prozentualen Atheromvolumens (PAV) und schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Das Durchschnittsalter betrug 58 ±9 Jahre, 1093 Patienten (28%) waren Frauen und 3633 (93%) waren weiß. Wie die Autoren beobachteten, war eine kontinuierliche Änderung des PAV signifikant mit der systolischen BPV (β 0,049; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,021–0,078; p=0,001), der diastolischen BPV (β 0,031; 95%-KI 0,002–0,059; p=0,03) und der Pulsdruckvariabilität (β 0,036; 95%-KI 0,006–0,067; p=0,02) assoziiert, ohne ein Signal für einen unterschiedlichen Effekt bei einem mittleren BP > oder <140/90 mmHg. Ferner stellten sie fest, dass die Progression des PAV als binäres Outcome signifikant mit der systolischen BPV (Odds Ratio [OR] 1,09; 95%-KI 1,01–1,17; p=0,02) verbunden war, aber nicht mit der diastolischen BPV (OR 1,04; 95%-KI 0,97–1,11; p=0,30) oder der Pulsdruckvariabilität (OR 1,03; 95%-KI 0,96–1,10; p=0,47). Die Überlebenskurven zeigten einen signifikanten schrittweisen Zusammenhang zwischen kumulativen schweren kardiovaskulären Ereignissen und zunehmenden Quartilen des systolischen BPV (Kaplan-Meier-Schätzer für die Quartile 1–4: 6,1% vs. 8,5% vs. 10,1% vs. 12,0%; log-Rang P<0,001). Diese deutlichen stufenweisen Assoziationen wurden bei der diastolischen BPV oder der Pulsdruckvariabilität nicht beobachtet. Fazit Eine höhere BPV, insbesondere die systolische BPV, sei signifikant mit dem Fortschreiten des koronaren Atheroms und nachteiligen klinischen Outcomes verbunden, bilanziert das Team um Clark. Diese Daten legten nahe, dass die Aufrechterhaltung eines stabilen Blutdruckniveaus wichtig sein kann, um die Outcomes bei Patienten mit Herzerkrankungen weiter zu verbessern. (sf) Autoren: Clark D III et al. Studie: Visit-to-Visit Blood Pressure Variability, Coronary Atheroma Progression, and Clinical Outcomes Quelle: JAMA Cardiol 2019;4(5):437–443. Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2019.0751