Bluthochdruck: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder Therapie noch gesunde Ernährung27. Januar 2026 Bei Bluthochdruck können Nahrungsergänzungsmittel weder eine medikamentöse Therapie noch eine gesunde Ernährung ersetzen. (Symbolfoto: ©Kunstzeug/stock.adobe.com) Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich wachsender Beliebtheit, doch sie sind kein Ersatz für Medikamente gegen Bluthochdruck oder eine gesunde Lebensweise, betont die Deutsche Hochdruckliga. Ob Kalium, Magnesium oder Multivitaminpräparate: Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln in der Hoffnung, ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Einige Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln suggerieren eine „natürliche Blutdrucksenkung“ durch ihrer Präparate. Die Deutsche Hochdruckliga weist in einer aktuellen Information jedoch darauf hin, dass diese Präparate mitunter schädlich für die Patienten sein können und nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin eingenommen werden sollten – und insbesondere nicht als Ersatz für eine echte antihypertensive Medikation. Medikamente bei Bluthochdruck unverzichtbar Anders als Medikamente unterliegen Nahrungsergänzungsmittel keiner behördlichen Zulassung. Die Hersteller müssen weder Wirksamkeit, noch Qualität und Sicherheit ihrer Produkte in klinischen Studien und Laboruntersuchungen nachweisen. Dementsprechend ist ihre Wirkung wissenschaftlich nicht belegt. Auch Informationen zu Gegenanzeigen und möglichen Nebenwirkungen fehlen in der Regel. So enthalten manche zum Beispiel Kalium, welches in hohen Dosen zu Herzrhythmusstörungen oder Muskelschwäche führen kann. „Für uns Mediziner ist es schwer nachvollziehbar, warum manche Menschen wissenschaftlich geprüfte Blutdruckmedikamente ablehnen, aber durch den Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln bedenkenlos gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen“, sagt Prof. Markus van der Giet, Vorstand der Deutschen Hochdruckliga. Bei Bluthochdruck sei eine wirksame Einstellung nur mit Medikamenten möglich. Gesundheitliche Risiken statt Blutdrucksenkung Van der Giet rät Bluthochdruckpatientinnen und -patienten nicht nur von Nahrungsergänzungs-mitteln zum Zweck der Blutdrucksenkung ab. Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können den Blutdruck sogar in die Höhe treiben. Ein Beispiel sind Nährstoffe in Form von Brausetabletten, die große Mengen verstecktes Natrium enthalten können, um den Sprudeleffekt zu erzeugen. Menschen mit Bluthochdruck sollten den Konsum von Natriumchlorid aber stark begrenzen. „Aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe, ungeeigneter Dosierungen und falscher Versprechungen können Nahrungsergänzungsmittel für Menschen mit Bluthochdruck und anderen Erkrankungen unwissentlich zum Problem werden. Wir Verbraucherzentralen setzen uns daher intensiv für eine transparentere Kennzeichnungspflicht und eine Meldestelle für Nebenwirkungen ein“, erklärt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW. Einige Präparate können auch mit Medikamenten wechselwirken. Pillen mit Grapefruit-Extrakt beispielsweise, die als „natürliche Antibiotika“ angepriesen werden, verstärken die Wirkung einiger Blutdrucksenker. Wichtig sei es daher, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln den pharmakologischen Rat einzuholen, betont die Deutsche Hochdruckliga. Gesunde Ernährung als wirksame Medizin Zur Prävention, aber auch zur unterstützenden Behandlung von Bluthochdruck empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga eine gesunde Ernährung in Form der Dash-Diät – eine salzarme Variante der mediterranen Kost. „Die positiven Wirkungen dieser Diät auf die Gesundheit sind wissenschaftlich gut belegt. Insgesamt gibt es zur medizinischen Wirksamkeit einer gesunden Ernährung viele solide wissenschaftliche Daten. Bereits 2009 zeigte eine große Studie, dass 78 Prozent aller Hypertonie-Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil ganz verhindert werden können“, betont Prof. Ulrich Wenzel, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie am Universitätsklinikum Hamburg und ehemaliger Präsident der Deutschen Hochdruckliga.
Mehr erfahren zu: "Nationales Register soll Gen- und Zelltherapien erfassen" Nationales Register soll Gen- und Zelltherapien erfassen Fachgesellschaften aus dem Anwendungsbereich von Gen- und Zelltherapien sowie das Berlin Institute of Health (BIH) als koordinierende Institution der Nationalen Strategie für Gen- und zellbasierte Therapien und das INTEGRATE-ATMP-Konsortium haben […]
Mehr erfahren zu: "Rezepte und Überweisungen: Krankenkassen für digitales Navigationstool" Rezepte und Überweisungen: Krankenkassen für digitales Navigationstool Viele Ärzte sind heute überlaufen – und gesetzlich Versicherte haben es schwer, dort durchzudringen. Die gesetzlichen Krankenkassen schlagen vor, bestimmte Dinge mit Hilfe eines digitalen Navigationstools zu erledigen.
Mehr erfahren zu: "Drohender Engpass bei Antibiotika: Sonderregeln greifen" Drohender Engpass bei Antibiotika: Sonderregeln greifen Nachschubprobleme bei Medikamenten kommen öfter vor, und meist lassen sie sich direkt ausgleichen. Bei bestimmten Antibiotika ist die Lage jetzt schwieriger, weshalb das Ministerium Sonderregeln einführt.