Blutkrebsforschung durch innovative Zellmodelle verbessern1. Juli 2019 Dr. Hilmar Quentmeier. Foto: © DSMZ Wissenschaftler des Leibniz-Instituts Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) stellen international 100 Zelllinien für die Leukämie-Lymphom-Forschung zur Verfügung. Sie haben ein Sortiment von 100 herausragend charakterisierten Krebs-Zelllinien, inklusive T-Zell-, B-Zell- und myeloischer Malignome, zusammengestellt, das die Entwicklung von gezielten Krebstherapien für die „Personalisierte Medizin“ unterstützt. Wie das Team um den Biologen Dr. Hilmar Quentmeier aus der von Prof. Hans G. Drexler geleiteten Abteilung für Menschliche und Tierische Zelllinienkulturen der DSMZ in seiner Publikation in “Scientific Reports” berichtet, umfasst das sogenannte LL-100 Panel insgesamt 22 Tumor-Entitäten von menschlichen Leukämien und Lymphomen. Das Genexpressionsmuster von Zelllinien ist charakteristisch für den Tumortyp. Grafik: DSMZ „Das Besondere am LL-100 Panel ist, dass alle Krebs-Zelllinien eindeutig authentifiziert und dem richtigen Gewebe zugeordnet wurden. Hinzu kommt, dass von allen 100 Krebs-Zelllinien neben Sequenzinformationen auch andere Metadaten vorliegen, die Krebsforschern weltweit frei zugänglich sind“, betont Quentmeier die Einzigartigkeit des LL-100 Panels des Leibniz-Instituts DSMZ. Seit vielen Jahren werden immortalisierte Zelllinien als Modellsysteme für die Krebsforschung eingesetzt. Zelllinien-Modelle wurden für die Grundlagenforschung und Medikamentenentwicklung genutzt, deckten bisher aber nicht das gesamte Spektrum der Leukämie und der Lymphome ab. Das neue LL-100 Panel steht Wissenschaftlern über das Leibniz-Institut DSMZ (www.dsmz.de) zur Verfügung. Der Forschungsschwerpunkt der Abteilung Menschliche und Tierische Zelllinien an der DSMZ liegt bei der Nutzung von Zelllinien in der Hämatologie, der Erforschung der Ursachen von Krebserkrankungen und der Weiterentwicklung der Zellkulturtechnik. Quentmeier leitet die Arbeitsgruppe Immunologie und forscht seit vielen Jahren unter anderem an der genetischen Heterogenität von Tumoren. Publikation: The LL-100 panel: 100 cell lines for blood cancer studies. Quentmeier H, Pommerenke C, Dirks WG, Eberth S, Koeppel M, MacLeod RAF, Nagel S, Steube K, Uphoff CC, Drexler HG. Sci Rep. 2019 Jun 3;9(1):8218. dx.doi.org/10.1038/s41598-019-44491
Mehr erfahren zu: "Lungenkrebs-Screening bei Ex-Rauchern: Risikoadaptierte Strategie sinnvoll" Lungenkrebs-Screening bei Ex-Rauchern: Risikoadaptierte Strategie sinnvoll Ein Team vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat eine neue, risikoadaptierte Strategie für den Start des Lungenkrebs-Screenings bei ehemaligen starken Rauchern entwickelt. Ziel ist es, den Beginn der Früherkennung nicht pauschal […]
Mehr erfahren zu: "Prävention von Brustkrebsrezidiven: Ruhende Tumorzellen gezielt bekämpfen" Prävention von Brustkrebsrezidiven: Ruhende Tumorzellen gezielt bekämpfen Brustkrebsrezidive könnten sich laut einer randomisierten Phase-II-Studie (NCT03032406) möglicherweise mit Hydroxychloroquin plus Everolimus verhindern lassen.
Mehr erfahren zu: "Darmpolypen: DNA-Tests verbessern den Einblick in erbliche Risiken" Darmpolypen: DNA-Tests verbessern den Einblick in erbliche Risiken Bei fünf bis zehn Prozent der Darmkrebspatienten spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Dabei ist der Anteil bei jüngeren Personen höher. Die DNA-Analyse von Darmpolypen liefert wichtige zusätzliche Informationen über die […]