Blutungen bei Patienten mit KHK oder pAVK unter Rivaroxaban plus ASS17. Januar 2020 © peterschreiber.media – stock.adobe.com Die Kombination von Rivaroxaban und Acetylsalicylsäure (ASS) vs. ASS allein bringt mehr größere Blutungen mit sich, hauptsächlich im Verdauungstrakt, so das Ergebnis einer neuen Studie. Die meisten übermäßigen Blutungen seien im ersten Jahr nach der Randomisierung aufgetreten, von geringer oder mäßiger Intensität gewesen und mit konventioneller unterstützender Therapie behandelt worden. Der Hintergrund: Bekanntlich reduziert die Kombination aus Rivaroxaban 2,5 mg 2-mal täglich und ASS 100 mg 1-mal täglich vs. ASS 100 mg 1-mal täglich bei Patienten mit KHK oder pAVK schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse sowie die Mortalität, sorgt aber für mehr Blutungen. Dr. John W. Eikelboom von Hamilton Health Sciences in Ontario und seine Kollegen untersuchten nun die Lokalisation, den Zeitpunkt, den Schweregrad und das Management von Blutungen in der COMPASS-Studie.Von 27.395 Patienten (Durchschnittsalter 68 Jahre; 22 % Frauen) wurden 18.278 randomisiert für die Kombination von Rivaroxaban und ASS oder auf ASS allein und 23 Monate lang nachbeobachtet. Im Vergleich zu ASS allein erhöhte die Kombination größere Blutungen nach den modifizierten Kriterien der International Society on Thrombosis and Hemostasis (ISTH) (288/9152 [3,1 %] vs. 170/9126 [1,9 %]) (HR 1,70; 95 %-KI 1,40–2,05; p <0,001), größere Blutungen nach den ISTH-Kriterien (206/9152 [2,3 %] vs. 116/9126 [1,3 %]; HR 1,78; 95 %-KI 1,41–2,23; p<0,0001) und leichte Blutungen (838/9152 [9,2 %] vs. 503/9,126 [5,5 %]; HR 1,70; 95 %-KI 1,52–1,90; p<0,0001). Die Kombination erhöhte zudem den Bedarf an Erythrozyten-Transfusionen (87/9152 [1,0 %] vs. 44/9126 [0,5 %]; HR 1,97; 95 %-KI 1,37–2,83; p=0,0002).Der Gastrointestinaltrakt (GI) war als Lokalisation am häufigsten von mehr größeren Blutungen betroffen (140/9152 [1,5 %] vs. 65/9,126 [0,7 %]; HR 2,15; 95 %-KI 1,60–2,89; p<0,001). Ferner stellte das Team um Eikelboom fest, dass der Anstieg der Blutungen überwiegend im 1. Jahr nach der Randomisierung auftrat. Ungefähr ein Drittel der größeren gastrointestinalen Blutungen betraf Magen oder Duodenum, ein Drittel Kolon oder Rektum und ein Drittel stammte von einer unbekannten gastrointestinalen Stelle. Die Forscher der Studie berichteten, dass ungefähr 3/4 der größeren Blutungen von leichter oder mäßiger Intensität waren. Ein ähnlicher Anteil der Patienten in jeder Behandlungsgruppe, bei denen größere Blutungen auftraten, erhielt Blutplättchen, Gerinnungsfaktoren oder andere hämostatische Mittel. (sf) FazitDie Kombination von Rivaroxaban und Acetylsalicylsäure (ASS) vs. ASS allein bringt mehr größere Blutungen mit sich, hauptsächlich im Verdauungstrakt. Autoren: Eikelboom JW et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Major Bleeding in Patients With Coronary or Peripheral Artery Disease Treated With Rivaroxaban Plus AspirinQuelle: J Am Coll Cardiol 2019;74(12):1519–1528.Web: dx.doi.org/10.1016/j.jacc.2019.07.065