Bringt die zytoreduktive Nephrektomie bei synchron metastasiertem Nierenzellkarzinom einen Vorteil?

Radikale Nephrektomie (Schemazeichnung). Grafik: inspiring.team – stock.adobe.com

Eine Post-hoc-Analyse der Phase-III-Studie JAVELIN Renal 101 zeigt einen Vorteil einer vorherigen zytoreduktiven Nephrektomie bei therapienaiven Patienten mit synchron metastasiertem Nierenzellkarzinom (M1), die mit Avelumab + Axitinib oder Sunitinib behandelt wurden.

Statistische Tests hätten jedoch keine signifikanten Unterschiede ergeben, berichten die Autoren um Prof. Marc-Oliver Grimm von der Urologischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Jena.

Bei 412 Patienten war ursprünglich eine M1-Erkrankung diagnostiziert worden. Grimm und Kollegen gruppierten sie für die aktuelle Analyse je nachdem, ob sie vor der Studienbehandlung nephrektomiert worden waren oder nicht. Sie ermittelten das PFS und das OS mithilfe multivariabler Cox-Regression und erhoben die Gesamtansprechraten (ORRs) anhand von logistischer Regression.

Nach Anpassung an Ungleich­gewichte in den Basisvariablen betrug die Hazard Ratio (HR) für das progressionsfreie Überleben in der Untergruppe mit vorheriger zytoreduktiver Nephrektomie im Vergleich zu der anderen Gruppe 0,79 (95%-KI 0,53–1,16) im Avelumab+Axitinib-Arm und 1,15 (95%-KI 0,77–1,70) im Sunitinib-Arm. Die entsprechenden HRs für das Gesamtüberleben lagen bei 0,59 (95%-KI 0,38–0,93) und 0,86 (95%-KI 0,55–1,34). Die Odds Ratios für ORR beliefen sich auf 2,67 (95%-KI 1,32–5,41) und 2,02 (95%-KI 0,82–4,94).

„Prospektive Studien zum potenziellen Nutzen der zytoreduktiven Nephrektomie und ihrem geeigneten Zeitpunkt bei Patienten, die eine Erstlinienbehandlung mit Immuncheckpoint-Inhibitor-haltigen Kombinationstherapien erhalten, sind gerechtfertigt“, urteilen die Autoren.

(ms)