Brustkrebs häufiger entdeckt als mit Standard-Mammographie19. April 2022 Das Gruppenbild zeigt die Autorinnen und Autoren der ToSyMa-Studie. © Erk Wibberg – WWU Die Universitätsradiologie Münster erforscht innovative Bildgebungstechniken und deren Auswirkung auf die Effizienz der Brustkrebs-Früherkennung. Die Universitätsradiologie Münster erforscht innovative Bildgebungstechniken und deren Auswirkung auf die Effizienz der Brustkrebs-Früherkennung. In der ToSyMa-Studie wurde die Kombination aus Digitaler Brust-Tomosynthese (DBT) – einer Weiterentwicklung der digitalen Mammographie – und sogenannten synthetischen 2D-Mammogrammen mit dem bisherigen Screening-Standard verglichen. Erste Ergebnisse der Studienphase 1 sind aktuell in der Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ erschienen. Darin ist die Annahme bestätigt worden, dass Brustkrebs mit der weiterentwickelten Mammographie-Technik signifikant häufiger als mit der Standard-Mammographie entdeckt wird. Der Grund: Der innovative Bildgebungsansatz reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass überlappende Gewebestrukturen radiologische Zeichen für Malignität verdecken. Die 17 beteiligten Studienzentren in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen konnten fast 100.000 Frauen für die diagnostische Vergleichsstudie gewinnen. In der Studienphase 2 wird geprüft, ob die Zunahme an Brustkrebsdiagnosen im Screening auch zu einer gesteigerten Frauengesundheit führt. Ausgewertet werden dazu Krebsregisterdaten bis zwei Jahre nach der Studienteilnahme. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Studie mit mehr als 1,6 Millionen Euro bis zum Jahr 2025. Die DFG unterstützt damit das Ziel, die Frühdiagnostik von Brustkrebs weiter zu optimieren. Die Weiterentwicklung der digitalen Mammographie zur Brust-Tomosynthese bietet eine Technologie, die durch die Berechnung von Pseudo-3D-Datensätzen potenzielle Gewebeüberlagerungen in der Brust reduziert und daher diagnostische Vorteile verspricht. Studienleiter Prof. Dr. Walter Heindel, Direktor der Klinik für Radiologie des Universitätsklinikums Münster (UKM), und die Projektmanagerin der ToSyMa-Studie, Prof. Dr. Stefanie Weigel, dankten den 100.000 Frauen, die an der Studie teilgenommen haben: „Nur durch ihre Beteiligung ist eine aussagekräftige Forschung möglich und dank der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die diese große, randomisierte Diagnostikstudie fördert.“ Frauen, die sich für eine Teilnahme am Screening entschieden hatten, wurden für die Datenerhebung der Studie zufällig mit einer 1:1-Chance entweder der Gruppe mit Standard-Mammographie oder der Gruppe mit Tomosynthese und daraus errechneter synthetischer 2D-Mammographie zugeordnet. In beiden Gruppen wurden die Entdeckungsraten von Brustkrebs miteinander verglichen. Die Zuweisung erfolgte über ein Computerprogramm und konnte durch niemanden beeinflusst werden (randomisierte klinische Studie). Frauen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erhielten zwischen 2018 und Ende 2020 mit ihrer regulären schriftlichen Einladung zum Screening nach dem Zufallsprinzip das Angebot, an der Studie teilzunehmen.
Mehr erfahren zu: "Arbeitszeitgesetz: Marburger Bund sieht drohende Aufweichung" Arbeitszeitgesetz: Marburger Bund sieht drohende Aufweichung Der Marburger Bund (MB) lehnt die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des Arbeitszeitgesetzes entschieden ab. In einem Positionspapier weist er auf bestehende Möglichkeiten hin, schon jetzt flexible Modelle „in ausreichendem Maße“ […]
Mehr erfahren zu: "Honorarverhandlungen 2026: Einigung auf ein Plus von 2,8 Prozent" Honorarverhandlungen 2026: Einigung auf ein Plus von 2,8 Prozent Der Bewertungsausschuss hat in den jährlichen Finanzierungsverhandlungen eine Erhöhung des Orientierungswertes (OW) um 2,8 Prozent beschlossen. Der OW bestimmt die Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen.
Mehr erfahren zu: "Prostatakrebs: Schnellere Diagnose dank biparametrischem MRT?" Weiterlesen nach Anmeldung Prostatakrebs: Schnellere Diagnose dank biparametrischem MRT? Die Diagnose von Prostatakrebs mittels MRT-Untersuchung beinhaltet üblicherweise die Injektion von Kontrastmittel. Britische Forschende haben kürzlich in einer Studie bestätigt, dass der Verzicht auf Kontrastmittel eine ebenso effiziente, aber deutlich […]