Brustkrebsfrüherkennung: Automatisierter oder handgeführter Ultraschall?

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Bei Frauen mit dichtem Brustgewebe war der automatisierte Brustultraschall mit einer ähnlichen Krebsentdeckungsrate, aber weniger auffälligen und falsch-positiven Befunden assoziiert als der handgeführte Ultraschall. Das zeigt eine US-amerikanische Registerstudie.

Der automatisierte Brustultraschall (Automated Breast Ultrasound, ABUS) könnte eine Alternative zum handgeführten Ultraschall (Handheld Ultrasound, HHUS) für die ergänzende Brustkrebsfrüherkennung bei Frauen mit dichtem Brustgewebe sein. Darauf deuten die Ergebnisse einer im „Journal of the American College of Radiology“ veröffentlichten Studie hin.

Bei dichtem Brustgewebe ist die Aussagekraft der Mammografie eingeschränkt, da sowohl das Drüsengewebe als auch Tumoren im Röntgenbild hell erscheinen und Läsionen dadurch schwerer zu erkennen sein können. Eine ergänzende Ultraschalluntersuchung kann zusätzliche Informationen liefern. Der handgeführte Ultraschallist allerdings von der untersuchenden Person abhängig und weist Einschränkungen hinsichtlich der Reproduzierbarkeit auf. ABUS könnte diese Nachteile verringern.

Vergleich von mehr als 25.000 Untersuchungen

Für die Studie werteten die Forschenden Beobachtungsdaten aus drei Registern des Breast Cancer Surveillance Consortium (BCSC) aus. Die Analyse umfasste 25.328 ergänzende Ultraschalluntersuchungen bei 21.446 Frauen mit dichtem Brustgewebe. Davon entfielen 4.218 Untersuchungen auf ABUS und 21.110 auf HHUS. Die Untersuchungen wurden zwischen 2017 und 2020 an 27 Einrichtungen von insgesamt 98 Radiologinnen und Radiologen beurteilt.

Verglichen wurden die Raten auffälliger Befundinterpretationen, die Empfehlungen zu kurzfristigen Verlaufskontrollen sowie die Krebsentdeckungsrate. Zusätzlich untersuchten die Forschenden die Raten falsch-positiver Erstbeurteilungen und Biopsieempfehlungen.

Weniger auffällige Befunde und kurzfristige Kontrollen

Unter ABUS lag die Rate auffälliger Befundinterpretationen bei 14,9 Prozent, unter HHUS bei 19,2 Prozent. Auch kurzfristige Verlaufskontrollen wurden bei ABUS seltener empfohlen (3,0 % vs. 14,6 %). Die Rate falsch-positiver Erstbeurteilungen war ebenfalls niedriger (14,6 % vs. 19,1 %).

Bei der Krebsentdeckungsrate zeigten sich dagegen keine erkennbaren Unterschiede zwischen den Verfahren. Auch die Raten der Biopsieempfehlungen und der falsch-positiven Biopsieempfehlungen unterschieden sich nicht erkennbar.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ABUS bei ähnlicher Krebsentdeckungsrate mit weniger auffälligen Befunden und weniger kurzfristigen Verlaufskontrollen einhergeht. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich daraus jedoch keine kausalen Schlussfolgerungen ziehen.

Nach Einschätzung der Studienautoren liefern die Ergebnisse die bislang aussagekräftigsten Belege dafür, dass ABUS als Alternative zu HHUS bei der ergänzenden Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen mit dichtem Brustgewebe eingesetzt werden kann.

(lj/BIERMANN)