Brustkrebsmortalität: Durch fettärmere Kost reduzierbar25. August 2020 © Seventyfour – stock.adobe.com (Symbolbild) Beobachtungsstudien zum Zusammenhang zwischen Nahrungsfettaufnahme und Brustkrebsrisiko haben inkonsistente Ergebnisse gezeigt. Dieses Thema wurde in zusätzlichen Analysen der Women’s Health Initiative (WHI) Dietary Modification (DM) angegangen, die den Einfluss fettarmer Ernährung auf die Inzidenz von Brustkrebs untersuchten. In der WHI DM-Studie wurden 48.835 postmenopausale Frauen im Alter von 50–79 Jahren ohne vorherigen Brustkrebs und einer Nahrungsfettaufnahme von ≥32% der Energiezufuhr in 40 US-Zentren für eine Gruppe mit diätetischer Intervention (40%) oder die Vergleichsgruppe mit üblicher Kost (60%) randomisiert. Ziel war es, die Fettaufnahme in der Interventionsgruppe auf 20% der Energieaufnahme zu reduzieren und den Anteil von Gemüse, Obst und Getreide in der Ernährung zu erhöhen. Brustkrebsdiagnosen wurden nach zentraler Überprüfung der Krankenakte und seriellen Abfragen des National Death Index bestätigt, um die Ergebnisse hinsichtlich der Mortalität zu verbessern. Über den Zeitraum der diätetischen Intervention von 8,5 Jahren waren die Inzidenz von Brustkrebs und die Todesfälle infolge von Brustkrebs in der Interventionsgruppe nicht signifikant niedriger als in der Vergleichsgruppe. Hingegen erwies sich die Todesrate aufgrund von Brustkrebs sowohl während der Intervention als auch während des Follow-up von im Median 16,1 Jahren als statistisch signifikant geringer. Nach einer kumulativen Langzeitbeobachtung von 19,6 Jahren (Median) bleibt die signifikante Verringerung der Todesfälle nach Brustkrebs bestehen (359 [0,12%] vs. 652 [0,14%] Todesfälle; HR 0,85; 95%-KI 0,74–0,96; p=0,01). Ebenso war eine statistisch signifikante Verringerung der Todesfälle infolge von Brustkrebs (Brustkrebs, gefolgt vom Tod aufgrund von Brustkrebs) zu verzeichnen (132 [0,037%; Risiko auf annualisierter Basis] vs. 251 [0,047%] Todesfälle; HR 0,79; 95%-KI 0,64–0,97; p=0,02). Fazit Das Fazit der Autoren um Prof. Rowan T. Chlebowski vom Los Angeles Biomedical Research Institute: Die Umstellung auf fettarme Ernährung, die mit einer erhöhten Aufnahme von Gemüse, Obst und Getreide einhergeht, und die nachweislich vielen möglich ist, kann das Risiko, an Brustkrebs zu versterben, bei Frauen nach der Menopause verringern. (mm) Autoren: Chlebowski RT et al. Korrespondenz: Rowan Chlebowski; [email protected] Studie: Dietary modification and breast cancer mortality: long-term follow-up of the Women’s Health Initiative randomized trial. Quelle: J Clin Oncol 2020;38(13):1419–1428. Web: https://doi.org/10.1200/JCO.19.00435