BTK zur Newcastle Disease

(Symbolbild) Foto: © Alexa – pixabay.com

Die Bundestierärztekammer (BTK) nimmt die aktuellen Ausbrüche der Newcastle Disease (ND) zum Anlass, die Bedeutung einer starken und handlungsfähigen Veterinärverwaltung zwischen Landwirten und betreuenden Tierärzten, sowie Ämtern und Laboren zu unterstreichen. Denn konsequente Tierseuchenbekämpfung brauche starke Veterinärstrukturen, so die BTK.

Im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) wurde am 20. Februar 2026 in einem Putenmastbestand mit rund 23.000 Tieren die ND, auch Atypische Geflügelpest genannt, amtlich festgestellt. Zuvor waren erhöhte Tierverluste und deutliche Krankheitsanzeichen aufgetreten. Das zuständige Veterinäramt leitete umgehend epidemiologische Ermittlungen ein – unterstützt vom Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes Brandenburg.

Investitionen in die Veterinärverwaltung sind Investitionen in die Gesundheit aller

Die BTK nimmt den aktuellen Ausbruch zum Anlass, die Bedeutung einer starken und handlungsfähigen Veterinärverwaltung zwischen Landwirten und Landwirtinnen und betreuenden Tierärzten und -ärztinnen, Ämtern und Laboren zu unterstreichen. „Der Fall in Brandenburg zeigt deutlich, dass wirksame Tierseuchenbekämpfung aufmerksame Tierhaltende, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den betreuenden Tierärzt:innen sowie personell und technisch gut ausgestattete Behörden und Diagnostiklabore erfordert. Nur mit starken, bewährten Strukturen können wir im Ernstfall schnell und wirksam reagieren. Tierseuchen machen nicht an Landes- oder Staatsgrenzen halt. Investitionen in die Veterinärverwaltung sind Investitionen in Verbraucherschutz, Tiergesundheit und die Sicherung unserer landwirtschaftlichen Produktion“, erklärt der BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel.

In Deutschland gilt Impfpflicht gegen die Newcastle Disease – auch für Hobbyhalter

Die ND ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Hühner und Puten betrifft. Aufgrund ähnlicher Symptome wie Durchfall, Atemnot oder Lähmungen wird sie häufig mit der Geflügelpest (HPAI) verwechselt. Als bekämpfungspflichtige Tierseuche verbreitet sie sich sowohl direkt zwischen Tieren als auch indirekt über Fahrzeuge, Gerätschaften oder kontaminierte Kleidung. Auch Wildvögel und Schadnager stellen insbesondere in Freilandhaltungen ein Risiko dar. Angesichts wiederholter und großflächiger Ausbrüche im Nachbarland Polen seit September 2024 bleibe die Lage angespannt, wie die BTK betont.

Im Gegensatz zur Aviären Influenza besteht in Deutschland eine Impfpflicht gegen ND. Alle Geflügelhaltenden – auch Halter und Halterinnen privater, kleiner Hobbyhaltungen – sind verpflichtet, Hühner und Puten regelmäßig impfen zu lassen. Dennoch ist die Impfdecke insbesondere im nicht gewerbsmäßigen Bereich häufig unzureichend.

Impfpflicht ist zentrales Element der Seuchenprävention

„Eine lückenhafte Impfung gefährdet nicht nur einzelne Bestände, sondern die gesamte Geflügelpopulation. Die Impfpflicht ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern ein zentrales Instrument der Seuchenprävention“, betont Dr. Vogel. Die ordnungsgemäße Abgabe der Impfstoffe über die/den betreuende/n Tierärztin/Tierarzt ist entscheidend für eine wirksame Immunisierung. Zudem ist die Geflügelhaltung beim zuständigen Veterinäramt sowie bei der Tierseuchenkasse des jeweiligen Bundeslandes anzuzeigen.

Die BTK ruft alle Geflügelhaltenden dazu auf,

  • den Impfstatus ihrer Tiere unverzüglich zu überprüfen,
  • Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten,
  • Vorgaben hinsichtlich Stallhygiene und Schutzkleidung strikt zu beachten,
  • erhöhte Tierverluste oder Krankheitsanzeichen umgehend dem zuständigen Veterinäramt zu melden.

Frühzeitiges Handeln ist entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und wirtschaftliche Schäden zu minimieren, so die BTK abschließend.

Auch das Friedrich-Loeffler-Institut hatte über den ND-Ausbruch informiert:

Newcastle-Krankheit in Brandenburg – Impfstatus überprüfen – Biermann Medizin