Bündnis fordert mehr Schutz für Kinder vor Klimafolgen

Der Sommer 2026 war von extremen Temperaturen und Trockenheit gekennzeichnet. (Foto: © Wolfilser – stock.adobe.com)

Hitze, Schadstoffe, Wetterextreme: Verbände und Organisationen rufen nach besserem Schutz von Kindern vor den Folgen des Klimawandels. Gesundheitliche Beeinträchtigungen drohten schon im Mutterleib, warnen sie.

Ein breites Bündnis von Organisationen und Verbänden verlangt von der Politik besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Folgen der Erderwärmung. „Sie tragen am wenigsten Verantwortung für die Krise, sind aber besonders stark und lang von ihren Folgen betroffen“, heißt es in dem Forderungspapier mit dem Titel „Kindeswohl in der Klimakrise – achten, schützen, gewährleisten“

Ruf nach mehr politischer Beteiligung

Zu den rund 80 Unterzeichnern gehören unter anderem de Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen, das Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), die Diakonie und Greenpeace. Erarbeitet haben es der Kinderschutzbund, die Bundespsychotherapeutenkammer, die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit sowie das Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit. 

Die Unterstützer fordern unter anderem Schutz vor Hitze auf dem Schulweg und in der Schule, in Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen. Gesetze, Förderprogramme und Infrastrukturvorhaben, die eine große Menge an Treibhausgasen verursachen, sollen besonders auf den Prüfstand. Etwa über Kinder- und Jugendräte sollen junge Menschen mehr Einfluss auf die Politik nehmen können. 

Wie es um die Erderwärmung steht

„Die Klima- und Umweltkrise stellt in Deutschland eine zunehmende Gefahr für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dar“, heißt es in dem Papier. Bereits während einer Schwangerschaft könnten hohe Temperaturen und Luftschadstoffe das Risiko für Frühgeburten oder ein niedriges Geburtsgewicht steigern. Später drohten neben anderen Beschwerden mehr Atemwegserkrankungen und Allergien. Wetterkatastrophen und Sorge wegen des Klimawandels beeinträchtigen zudem das psychische Wohlbefinden jungr Menschen.

Die Erde erhitzt sich schneller als je zuvor, wie Messwerte zeigen. Der August 2026 war laut EU-Klimadienst Copernicus der weltweit wärmste August seit Beginn der Aufzeichnungen – die globalen Temperaturen lagen 1,65 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Das im Pariser Klimaabkommen von 2015 vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf die Dauer möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, könnte laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung schon bald überschritten werden.