Bundestierärztekammer: Bundesweite Kastrationspflicht von Freigängerkatzen sinnvoll10. August 2026 (Symbolbild) Foto: © Uzfoto – stock.adobe.com Es gibt keine einheitliche Regelung zur Kastration von Freigängerkatzen. Diese ist jedoch nach Ansicht von Tierärzten und Tierschützern dringend nötig. Damit verbunden sein sollte eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht der Tiere. Tierschützer sprechen sich für eine bundesweite Pflicht zum Kastrieren aller Katzen aus, die frei herumlaufen dürfen. Damit soll eine unkontrollierte Vermehrung verhindert werden. Die Bundesregierung müsse endlich eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen einführen, sagte der Präsident des Tierschutzbundes, Thomas Schröder, der „Rheinischen Post“ (Samstag). Dies sei „der wirksamste Hebel, um das Leid der Millionen Straßenkatzen in Deutschland langfristig einzudämmen“. Bundestierärztekammer sieht ebenfalls Handlungsbedarf „Freilebende Katzenpopulationen sind in Deutschland seit vielen Jahren ein erhebliches Tierschutz-Problem“, sagte Kammer-Präsident Holger Vogel der Zeitung. „Ein wesentlicher Faktor ist dabei der stetige Nachwuchs durch unkastrierte Freigänger-Katzen aus Privathaushalten.“ Deswegen reiche es nicht aus, nur die Straßenkatzen zu kastrieren. Wie der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Homepage schreibt, gilt bundesweit in mehr als 3.300 Gemeinden und Städten eine Katzenschutz- oder Kastrationsverordnung. Der größte Anteil entfalle auf Schleswig-Holstein mit seiner flächendeckend im gesamten Bundesland geltenden Verordnung. Tierärzte beklagen Flickenteppich hierzulande Ob Katzen kastriert werden müssen, regeln in Deutschland entweder Länder oder Kommunen. „In der Praxis entsteht dadurch jedoch ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen“, sagte Vogel. Diese Lösung führe nur bedingt zum Erfolg. „Eine bundesweit einheitliche Regelung wäre deshalb der konsequentere und auch leichter vermittelbare Weg.“ Diese müsse „zwingend mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht verbunden werden. Nur so lassen sich Tiere eindeutig ihren Halterinnen und Haltern zuordnen und entsprechende Vorgaben auch wirksam umsetzen“. Schleswig-Holstein hatte zum 1. Juli eine Katzenschutzverordnung eingeführt. Demnach müssen Katzenhalter künftig ihre Tiere kastrieren, kennzeichnen und registrieren lassen, wenn sie ihnen freien Auslauf gewähren. Wohnungskatzen, die das Haus nicht verlassen, bleiben von der Regelung ausgenommen. Wovor Tierschützer warnen Dem Tierschutzbund ist eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen vor allem deshalb wichtig, um die Zahl der Straßenkatzen in Deutschland zu reduzieren. „Solange unkastrierte Freigänger-Katzen Nachwuchs zeugen, werden immer neue Tiere auf der Straße geboren, die unter Hunger, Krankheiten, Parasiten und Verletzungen leiden oder bereits als Kitten sterben“, sagte Schröder. Die Tierrechtsorganisation Peta schreibt dazu auf ihrer Webseite: „In nur sieben Jahren können eine unkastrierte Katze und ihr Nachwuchs theoretisch bis zu 370.000 Nachkommen zeugen.“
Mehr erfahren zu: "Eichenprozessionsspinner: Explosives Wachstum durch Wärme und Trockenheit" Eichenprozessionsspinner: Explosives Wachstum durch Wärme und Trockenheit Giftige Brennhaare, explodierende Populationen: Der Befall von Eichen mit dem Eichenprozessionsspinner hat in diesem Jahr vielerorts deutlich zugenommen. Das stellt eine Gefährdung für Menschen und Tiere dar. Wie reagieren die […]
Mehr erfahren zu: "Grundlagenforschung an Würmern liefert neue Einblicke in das Verheij-Syndrom" Grundlagenforschung an Würmern liefert neue Einblicke in das Verheij-Syndrom Von Grundlagenforschung zu Therapieansätzen: Das Verheij-Syndrom verursacht bei Kindern unter anderem Entwicklungsverzögerungen, Wachstumsstörungen und eine geringe Körpergröße. Im Wurm-Modell stellte die Gabe von Vitamin B12 zentrale Stoffwechselprozesse wieder her und […]
Mehr erfahren zu: "Tierschutzbund fordert bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen" Tierschutzbund fordert bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen Zum Weltkatzentag am 8. August veröffentlicht der Deutsche Tierschutzbund seinen neuen „Großen Katzenschutzreport“ und schlägt Alarm: Das Leid der Straßenkatzen in Deutschland hat ein dramatisches Ausmaß erreicht.