Burnout unter jungen Ärzten: Auch Spezialisierung spielt eine Rolle28. September 2018 Foto: © Csaba Deli/Fotolia Eine Untersuchung aus den USA zeigt, dass sich die Burnout-Prävalenz unter Ärzten zwischen den einzelnen Fachgebieten durchaus unterscheidet. In der prospektiven Kohortenstudie, an der 3588 Probanden im zweiten Jahr der Facharztausbildung teilnahmen, die seit dem Medizinstudium beobachtet wurden, berichteten 45,2 Prozent von Burnout-Symptomen. 14,1 Prozent bedauerten inzwischen ihre Berufswahl. Allerdings variierten diese Anteile erheblich je nach Fachgebiet: zwischen 29,6 und 63,8 Prozent für Burnout-Symptome und zwischen 7,4 und 32,7 Prozent für den Eindruck, möglicherweise den falschen Beruf gewählt zu haben. Zwischen Oktober 2010 und Januar 2011 hatten zunächst 4732 Medizinstudenten im ersten Studienjahr den ersten Fragebogen ausgefüllt. Es folgten noch zwei weitere Fragebögen: einer während des vierten Studienjahres und einer im zweiten Jahr der Facharztausbildung. Von den ursprünglich 4696 Befragten füllten 3588 (76,4%) auch den dritten Fragebogen aus. Die Probanden waren im zweiten Jahr der Facharztausbildung im Durchschnitt 29 Jahre alt, 1822 (509%) von ihnen waren Frauen. Dass sich bei ihnen Symptome eines Burnout zeigten, gaben 1615 von 3574 Ärzten zu Protokoll (45,2%; 95%-Konfidenzintervall [KI] 43,6-46,8). 502 von 3571 gab an, die Berufswahl zu bereuen (14,1%; 95%-KI 12,9-15,2). In einer multivariablen Analyse erwies sich die Ausbildung in den Fächern Urologie, Neurologie, Notfallmedizin und Allgemeinchirurgie als mit höheren relativen Risiken (RR) für Burnout-Symptome assoziiert (RR-Bereich 1,24-1,48) als in der Inneren Medizin. Merkmale, die mit einem höheren Risiko für Burnout-Symptome assoziiert sind, waren weibliches Geschlecht (RR 1,17; 95%-KI 1,07-1,28; Risikodifferenz [RD] 7,2%; 95%-KI 3,1-11,3]) stärkere Angstgefühle während des Medizinstudiums (RR 1,08 pro Anstieg um einen Punkt; 95%-KI 1,06-1,11; RD 1,8% pro Anstieg um einen Punkt; 95%-KI 1,6-2,0). Angaben zu einem höheren Maß an Empathie zum Zeitpunkt des Medizinstudiums waren mit einem geringeren Risiko für Burnout-Symptome während der Facharztausbildung verbunden (RR 0,99 pro Anstieg um einen Punkt; 95%-KI 0,99-0,99; RD -0,5% pro Anstieg um einen Punkt; 95%-KI von -0,6 bis -0,3%]). Sowohl Burnout-Symptome (RR 3,20; 95%-KI 2,58-3,82; RD 15,0%; 95%-KI 12,8-17,3]) als auch Fachbereich (RR-Bereich 1,66-2,60) waren signifikant damit assoziiert, ob die Probanden ihre Berufswahl bereuten.
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