BVA: Augenmedizinische Versorgung zukunftsfest machen14. März 2018 Der BVA appelliert an die Gesundheitspolitik und den Gemeinsamen Bundesausschuss, die augenmedizinische Versorgung für die Zukunft zu sichern. Die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen machen den Beruf des Augenarztes für junge Mediziner wenig attraktiv, warnte der 2. BVA-Vorsitzende Dr. Peter Heinz in seinem berufspolitischen Statement zum AAD-Kongress. Das, so meinte er, sei gefährlich, denn der Bedarf an augenmedizinischen Leistungen wachse sowohl aufgrund der demographischen Entwicklung als auch des medizinischen Fortschrittes. Der BVA kritisiert einerseits eine Blockadehaltung des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (G-BA), wenn es um innovative diagnostische Verfahren in der Augenheilkunde wie zum Beispiel die Optische Kohärenztomografie (OCT) gehe. Andererseits appelliert der Berufsverband an die Gesundheitspolitiker, das duale System mit gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) beizubehalten. Rund ein Drittel ihrer Einnahmen erzielten Augenärzte über Privat- und Selbstzahlerleistungen, daher wäre die Fachgruppe bei einer Abkehr vom dualen System eine der am stärksten betroffenen. Der G-BA entscheidet, welche diagnostischen und therapeutischen Leistungen Ärzte auf Kosten der GKV erbringen dürfen. Seit einigen Jahren fordert der G-BA – basierend auf den Empfehlungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) – die Einhaltung strenger Regeln der „Evidence Based Medicine“ (ebM) und den Nachweis von Wirksamkeit und Sicherheit der Verfahren in kontrollierten, randomisierten Studien. Da diagnostische Geräte nicht denselben Patentschutz genießen würden wie Medikamente, scheuten die Hersteller den enormen Aufwand solcher Studien, erläuterte Heinz. Zudem werde der Nutzen eines Verfahrens im Zuge der über Jahre hinweg reifenden Technologie immer offensichtlicher. Heinz: „Dann ist die Notwendigkeit von Studien nicht mehr erkennbar und es finden sich auch keine Patienten mehr, die für eine Studie auf eine so offensichtlich wertvolle Diagnostik verzichten möchten.“ Zudem wäre es unethisch, Patienten einen offensichtlichen Vorteil für eine Studie bewusst vorzuenthalten – es würde ja auch niemand eine Studie zum Nutzen von Fallschirmen fordern, bei der die eine Gruppe aus 1000 Metern mit und die andere ohne Fallschirm abspringen müsste, überspitzte Heinz. Im internationalen Vergleich mache sich Deutschland aufgrund dieser Blockadehaltung geradezu lächerlich und die Augenheilkunde werde “international ins Abseits katapultiert”, meinte der BVA-Vize. Das zeige sich an ebenjenem Beispiel der OCT – ein diagnostisches Verfahren, das aus der modernen Augenheilkunde nicht mehr wegzudenken sei. Laut IQWiG aber biete es (mangels Studienlage) keinen erkennbaren Nutzen für die Patienten, es werde sogar ein potenzieller Schaden unterstellt. Schließe sich der G-BA dieser Beurteilung an, dann dürften Augenärzte diese Untersuchungen auch künftig nicht auf Kosten der GKV erbringen. So schwierig die Situation für die Augenärzte in Deutschland bereits jetzt sei – die aktuelle Diskussion über eine Vereinheitlichung der Gebührenordnungen lasse für die Zukunft befürchten, dass es noch schlimmer werde, blickte Heinz in Richtung Berlin. Eine solche Vereinheitlichung wäre ein erster Schritt in Richtung Bürgerversicherung. Dabei habe das duale System aus GKV und PKV dazu beigetragen, dass neue diagnostische und therapeutische Leistungen den Patienten schneller zur Verfügung stünden. Der BVA appelliert an die Gesundheitspolitik, das PKV-System nicht aus ideologischen Gründen zu zerschlagen. Stattdessen sei beim GKV-System, das in den vergangenen Jahren „auf dem Rücken der Ärzte und Patienten kaputtgespart“ worden sei, ein Umsteuern dringend notwendig. Insbesondere die augenärztliche Grundversorgung in der GKV sei unterfinanziert – das müsse sich endlich ändern. Bisher habe man bei der deutschen Gesundheitspolitik das Gefühl, man fahre auf Sicht, meinte Heinz … „auf kurze Sicht“. Auf die Frage, ob vom neuen Gesundheitsminister Jens Spahn zu erwarten sei, dass ein spezieller Punkt schnell umgesetzt werde, meinte Heinz, Spahn scheine wohl ein Verfechter der Digitalisierung und Telemedizin zu sein. Gesundheitspolitisch arbeite der BVA eng mit dem Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) zusammen, so erreiche man mehr politische Durchschlagskraft als ein einzeln auftretender Verband. BVA-Pressesprecher Dr. Ludger Wollring zeigte sich abwartend. Er sei Spahn vor Jahren öfter begegnet. Damals habe er sich in seinen Auffassungen nicht sehr von Ulla Schmidt und Karl Lauterbach unterschieden. Vielleicht aber habe es ja inzwischen in ihm gearbeitet …
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