BVA: Wer kurzsichtig ist, sollte auf seine Netzhaut achten

Netzhautablösung. Foto: © Busse/BVA

Stark kurzsichtige Augen sind anfällig für verschiedene Augenkrankheiten. So ist insbesondere das Risiko einer Netzhautablösung bei einer Kurzsichtigkeit von -3 bis -6 dpt etwa zehnmal so hoch wie bei normalsichtigen Augen. Darauf macht PD Joachim Wachtlin vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) aufmerksam.

Kurzsichtigkeit entsteht in den meisten Fällen, wenn der Augapfel „zu lang“ ist. Die einfallenden Lichtstrahlen bündeln sich dann vor der Netzhaut, sodass ein unscharfes Bild entsteht. Mit einer Sehhilfe oder durch eine operative Korrektur lässt sich der Abbildungsfehler zwar ausgleichen, aber der zu lange Augapfel bleibt weiter vorhanden. Doch ein „zu langer“ Augapfel ist auch „dünnwandig“, so der BVA – die verschiedenen Gewebeschichten und die Netzhaut seien dünner als bei normalsichtigen Augen. Deshalb sei die Netzhaut dann anfälliger für Schäden wie beispielsweise Netzhautlöcher, die unbehandelt in eine Netzhautablösung übergehen könnten.

Lichtblitze und “Rußregen” schnellstmöglich abklären
Symptome wie die Wahrnehmung von Lichtblitzen oder neu aufgetretene Mouches volantes (Floater) sollten kurzsichtige Menschen daher ernst und zum Anlass für eine augenärztliche Untersuchung nehmen, rät Wachtlin, Chefarzt der Augenklinik am Sankt Gertrauden Krankenhaus Berlin. Sie könnten erste Anzeichen für eine drohende Netzhautablösung sein. Wenn gar dunkle Flocken wie ein „Rußregen“ die Sicht trübten, sich ein Schatten über das Gesichtsfeld lege oder eine andere akute Sehverschlechterung auftrete, dann sei das eine akute Situation, die schnellstmöglich augenärztlich abgeklärt werden sollte, um zu entscheiden, ob und welche Behandlung notwendig sei, macht Wachtlin deutlich.

Bei Myopie Netzhaut bis in die Peripherie untersuchen
Doch auch ohne solche deutlichen subjektiven Symptome könne es sinnvoll sein, dass ein Augenarzt bei kurzsichtigen Patienten die Netzhaut bis in ihre Randbereiche untersuche, um ein Netzhautloch oder eine beginnende Netzhautablösung zu erkennen. Nötigenfalls könnten sie dann bei frühzeitiger Entdeckung mit einer Laser- oder Kryotherapie versorgt werden, um eine das Sehvermögen bedrohende Netzhautablösung abzuwenden. Eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle empfehle sich bei kurzsichtigen Menschen auch deswegen, weil sie ein höheres Risiko für weitere Augenerkrankungen hätten.

BVA: Besser nicht mit dem Auto zur Untersuchung fahren
Für die Untersuchung wird in der Regel die Pupille mit Augentropfen erweitert, betont der BVA. Die Tropfen würden wiederholt gegeben, nach etwa 20 bis 30 Minuten sei dann die Spiegelung der Netzhaut möglich. Nach der Untersuchung seien die Betroffenen für drei bis vier Stunden blendempfindlich und sähen eventuell unscharf, sodass sie nicht selbst mit dem Auto nach Hause fahren könnten beziehungsweise nicht verkehrstüchtig seien.

Quelle: BVA