BvDU kündigt Proteste an

Die aktuelle Gesundheitspolitik führt nach Ansicht des Berufsverbandes der Urologen zur Schließung von Arztpraxen. Foto: ArTo – stock.adobe.com

Der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) ruft Ärztinnen und Ärzte zu Aktionstagen und zum Protest auf. Die aktuelle Gesundheitspolitik forciere Praxissterben und bringe die Patientenversorgung in akute Gefahr, so der Verband in einer aktuellen Mitteilung.

Die Streichung der Neupatientenvergütung habe das Fass zum Überlaufen gebracht, begründet der Berufsverband den Protestausruf. “Die Gesundheitspolitik der Bundesregierung fährt die Versorgung der Vertragsärztinnen und Vertragsärzte endgültig an die Wand und weist den Weg in eine katastrophale weitere Entwicklung”, klagt der BvDU und kündigt an, den Kampf gegen Leistungskürzungen und Budgetierung in der Gesundheitsversorgung weiterzuführen.

Anpassung des Orientierungswertes um acht Prozent

Vor dem Hintergrund der Streichung der Neupatientenvergütung fordert der BvDU angesichts explodierender Energiekosten und steigender Ausgaben, auch in den Praxen, eine Anpassung des Orientierungswertes um acht Prozent, einen Inflationsausgleich auch für Niedergelassene und die Aufhebung der Budgetierung von Leistungen.

Zusammen mit weiteren Verbänden und Akteuren veranstaltet der BvDU daher am Mittwoch, 07.12.2022 (in Hessen zusätzlich am Mittwoch, 30.11.2022), einen Aktionstag, “um auf die prekäre Lage der Ärztinnen und Ärzte aufmerksam zu machen und Patientinnen und Patienten aufzuzeigen, wie sich ihre Versorgung dramatisch verschlechtern würde, wenn weiter Praxen aufgegeben würden”, wie es in der Pressemitteilung heißt. Urologische Praxen seien dazu seitens des BvDU mit Informationen und zahlreichen Materialien unterstützt worden. Mit Postern für das Wartezimmer sowie Handzetteln sollen Patientinnen und Patienten informiert werden, welch elementare Bedeutung die flächendeckende, ambulante und wohnortnahe medizinische Versorgung für sie habe. Die Urologen wollen ihre Patientinnen und Patienten darum bitten, den Protest zu unterstützen, indem sie sich an die zuständigen Bundestags-Wahlkreisabgeordneten wenden.

Unter anderem in Hessen und Brandenburg finden Kundgebungen mit Protesten gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung statt. In Hessen tragen zahlreiche Berufsverbände, inklusive den Kinder- und Hausärzten, die Proteste am 30.11. und 07.12.2022 mit. 

(BvDU/ms)