BvDU wehrt sich gegen zusätzliche Budgetierung

BvDU-Präsident Axel Schroeder. Foto: BvDU

Der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) richtet deutliche Worte gegen die Forderung des GKV-Spitzenverbandes und des AOK-Bundesverbandes, mehr ärztliche Leistungen zu budgetieren. “Tatsächlich heißt es ganz einfach nur Leistungskürzungen für Versicherte und Patienten”, so der BvDU in einer aktuellen Mitteilung.

GKV und AOK haben in ihrem Positionspapier zur Bundestagswahl angeregt, entbudgetierte Leistungen in der ambulanten Versorgung zu stoppen und in die Gesamtvergütung zu überführen. Die GKV will nach Ansicht des BvDU auf diese Weise “die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung auf dem Rücken der Versicherten, Ärztinnen und Ärzte sichern”.

BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder findet dafür klare Worte: „Es ist eine Arroganz der Krankenkassen, jetzt darüber nachzudenken, ausbudgetierte Leistungen wie z. B. Vorsorgeuntersuchungen, Krebsfrüherkennung, Impfen und ambulantes Operieren budgetieren zu wollen. Dieser rückwärtsgewandte Blick mit dem einzigen Ziel, vermeintlich schnell die Kassen wieder aufzufüllen, macht mich wütend. Hier wird das Patientenwohl hintenangestellt!“

Sollen der Ärzteschaft neue Aufgaben übertragen werden, so würden die Krankenkassen keine Zurückhaltung kennen, erinnert Schroeder mit Blick auf die COVID-19-Pandemie. Doch wenn es um angemessene Vergütung gehe, dann werde nach einer Budgetierung gerufen.

Die Urologen bleiben jedoch bei ihrer Forderung, dass Leistungen, die erbracht werden, von den gesetzlichen Kassen auch voll bezahlt werden müssten. “Ansonsten muss eine Leistungsbegrenzung der Budgetierung folgen”, droht Schroeder, der auch Vorstandsmitglied des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands (SpiFa) ist.

Der BvDU kündigt an, er werde wie alle in der Allianz Deutscher Ärzteverbände organisierten Verbände den Forderungen der Krankenkassen entschieden entgegentreten. “Finanzdefizite der gesetzlichen Krankenkassen durch unbezahlte Mehrarbeit von Ärztinnen und Ärzten sowie des Praxispersonals ausgleichen zu wollen, macht die Leistungsfeindlichkeit im Denken der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich”, so der Verband abschließend in seiner Pressemitteiliung.

(BvDU/ms)