BVKJ: “Keine Schuleingangsuntersuchungen ohne Schulärzte!”27. April 2018 Foto: © Africa Studio – Fotolia.com Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) wehrt sich gegen die Pläne einiger Kommunen, die Schuleingangsuntersuchung nur noch durch Assistenzpersonal durchführen zu lassen. Jedes Kind in Deutschland wird vor Eintritt in die Grundschule gründlich auf seine Schulfähigkeit und Schulbereitschaft untersucht. Dabei werden speziell Gesundheits- und Entwicklungsrisiken erfasst und ärztlich bewertet, die den Schulalltag beeinflussen könnten und insbesondere eine Beratung von Eltern und Schule erfordern. Bei Bedarf leitet der Arzt oder die Ärztin das Kind weiter an niedergelassene Kinder- und Jugendärztinnen und Ärzte oder Fördereinrichtungen. Die Schuleingangsuntersuchungen führen Kinder- und Jugendärzte der Gesundheitsämter durch. Doch nun gibt es Pläne, die Schuleingangsuntersuchungen nur noch durch Assistenzpersonal durchführen zu lassen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte protestiert gegen dieses Vorhaben auf das Schärfste. Dr. Gabriele Trost-Brinkhues, Sprecherin des Ausschusses „Kind, Schule und öffentlicher Gesundheitsdienst“ im BVKJ nennt die von einigen Kommunen geplante Aushöhlung der Schuleingangsuntersuchungen einen Skandal: “Schuleingangsuntersuchungen sind wichtige Vorsorgeuntersuchungen mit dem Fokus Schule. Wie alle Vorsorgen müssen sie von erfahrenen Kinder- und Jugendärzten des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes durchgeführt werden. Aus Spargründen damit nur Assistenzpersonal zu betrauen, ist fahrlässig und gefährlich.” Assistenzpersonal könne Kinder wiegen oder messen und auch einige festgelegte Untersuchungsteile durchführen, auf keinen Fall aber den Gesundheits- und Entwicklungszustand von Kindern sozialpädiatrisch fachgerecht befunden und anschließend beurteilen, ob das Kind beispielsweise noch vor Schuleintritt Förderung oder auch bestimmte Maßnahmen in der Schule benötigt oder gesundheitliche Besonderheiten zu beachten sind, erklärte Trost-Brinkhues. “Die Beratung der Eltern und der aufnehmenden Schule in Kenntnis der Möglichkeiten vor Ort steht im Vordergrund. Wegen ihrer Gründlichkeit und den daraus gewonnenen Erkenntnissen ist die Schuleingangsuntersuchung seit vielen Jahren eine Erfolgsgeschichte. Alle Kinder sollen zum Schulstart die gleichen Chancen bekommen. Wir sind uns sicher, dass kein Vater, keine Mutter in Deutschland zulassen wird, dass in Zukunft Assistenzpersonal diese – mit Blick auf die Schule, den ‘Arbeitsplatz von Kindern’ – so wichtige Untersuchung alleine durchführt sowenig wie jemand auf die Idee käme, eine Kinder-Vorsorgeuntersuchung ohne Arzt haben zu wollen. Und dies nur, weil Länder und Kommunen sparen wollen.”
Mehr erfahren zu: "RAPID: Bundesweites Register sammelt Daten aus der Intensivmedizin" RAPID: Bundesweites Register sammelt Daten aus der Intensivmedizin Im Februar 2026 ist das Projekt RAPID gestartet. Damit soll ein bundesweites Register aufgebaut werden, in dem erstmals Routinedaten aus der Erwachsenen- und Kinder-Intensivmedizin gebündelt werden.
Mehr erfahren zu: "Wenn eine OP-Komplikation zur Karrierekrise wird" Wenn eine OP-Komplikation zur Karrierekrise wird Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) sieht den Nachwuchs im Fach durch „Second Victims“-Erfahrungen bedroht – das heißt, wenn Chirurgen nach unerwarteten OP-Komplikationen oder Behandlungsfehlern unter anhaltenden psychischen oder körperlichen […]
Mehr erfahren zu: "Zahl der Meningitis-Fälle in England steigt" Zahl der Meningitis-Fälle in England steigt Nach dem Meningitis-Ausbruch in Südengland steigen die Fallzahlen weiter. Zwei junge Menschen sind bereits gestorben. Ein Experte spricht von einem „ungewöhnlichen Ausbruch“, die Deutsche Gesellschaft für Neurologie erinnert an die […]