BVKJ wehrt sich gegen Aushöhlung der Gesundheitsämter26. November 2018 Foto: © momius – Fotolia.com Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert für die Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen eine angemessene Vergütung, um ein Ausbluten des ÖGD zu stoppen. “Unsere Kinder- und Jugendarzt-Kolleginnen und -Kollegen in den Gesundheitsämtern leisten wichtige und erstklassige Arbeit, werden aber nur drittklassig bezahlt. Die kommunalen Arbeitgeber zerstören damit eine der wichtigsten Säulen unseres Gesundheitswesens und gefährden die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.” Mit diesen Worten kommentierte Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die Lage im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) Seit Jahren fordere der Berufsverband wir eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. “Dazu gehören eine angemessene Besetzung der Stellen und eine Vergütung der Ärzte, die sich an den Honoraren der Kliniker orientieren,” sagte Fischbach weiter. “Die Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheitsämtern haben eine wichtige Monitoring-Funktion innerhalb des Gesundheitssystems, sie begutachten die Gesundheit der Bevölkerung und reagieren etwa bei plötzlichem Auftreten von gefährlichen Erkrankungen prompt. Sie achten auf den Schutz der Kindertageseinrichtungen, der Schulen und z.B. des Trinkwassers. Ohne ihren Einsatz sind Massenausbrüche oder andere gefährliche Infektionskrankheiten nicht unter Kontrolle zu bringen.” So sei es dem ÖGD in Köln zu verdanken, dass beim Masernausbruch im Frühjahr dieses Jahres die entsprechenden Hygienemaßnahmen und Impfkontrollen schnell umgesetzt wurden und die drohende Epidemie im Keim erstickt wurde. Auch beim Auftreten von anderen gefährlichen Infektionskrankheiten, wie der bakteriellen Meningitis oder Salmonellenverseuchung, sei die Intervention der Kollegen vom ÖGD unersetzlich, erklärte Fischbach. “Wenn Kommunen freiwerdende Stellen im ÖGD nicht neu besetzen, kann dies im Fall von Seuchen große Teile der Bevölkerung ernsthaft gefährden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert daher: Ärztinnen und Ärzte im ÖGD müssen analog zu ihren Kollegen beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen, bei den Rentenversicherungen, bei den Krankenversicherungen, in Krankenhäusern und Rehakliniken bezahlt werden. Nur so kann das heute schon dramatische Ausbluten des ÖGD gestoppt werden und der bestmögliche Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Krankheiten, aber auch die wichtigen Schuleingangsuntersuchungen und andere Vorsorge- und Schutzaufgaben garantiert werden.”
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