BVNF: Schulterschluss gegen Sprechzeitverlängerung und Budget

Der BVNF appelliert an alle Berufsverbände zum gemeinsamen Schulterschluss gegen Leistungsausweitung bei begrenzter Vergütung. Symbolbild: © FotolEdhar – Fotolia.com

Die Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz gegen die Entbudgetierung hat nach Ansicht des Bundesverbandes niedergelassener Fachärzte (BVNF) gezeigt, dass die Politik die Negativwirkung der Budgets auf die Grundversorgung in den Regionen weiterhin unterschätzt.

„Feste und angemessene Preise und das Ende der Budgetierung sind unsere seit Jahren vorgetragenen Kernforderungen“, zeigt sich der 1. BVNF-Vorsitzende Dr. Wolfgang Bärtl, Orthopäde aus Neumarkt, höchst erfreut über die wachsende Unterstützung anderer Verbänden. „Die Zeiten leerlaufender Hilferufe ohne Konsequenzen ist damit vorüber“, hofft er auf die Solidarität unter den Kollegen. Die Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz habe erneut gezeigt, dass die Politik „die verheerende Wirkung der Budgetierung“ auf die Grundversorgung in den Regionen in ihrer Brisanz noch nicht richtig einordne.

„Wenn wir die grundversorgenden Facharztpraxen in den Regionen, aber auch in den städtischen Brennpunkten erhalten und damit die Gesundheit der Patienten sichern wollen, müssen wir uns jetzt zusammenschließen, mit einer Stimme sprechen und letztendlich einschneidende Konsequenzen ziehen“, appelliert Dr. Ilka Enger, Vorsitzende des BVNF, an alle Berufsverbände.
Dazu sollten „persönliche Eitelkeiten und Befindlichkeiten“ hinten angestellt werden, „ um in einer konzertierten Aktion die größtmögliche Wirkung zu erzielen“, fordert Bärtl, den Worten auch Taten im Sinne einer „konzertierten Leistungsbegrenzung bei begrenzter Vergütung“ folgen zu lassen. Dann werde es eben in der fachärztlichen Grundversorgung statt der tatsächlich geleisteten weit über 40 Stunden wirklich nur noch 20 oder angeordnete 25 Stunden geben. „Allein dieser Dienst nach Vorschrift wird das System, das von der Selbstausbeutung der Kollegen profitiert, zum Kollaps bringen,“ droht der BVNF-Sprecher den Krankenkassen, „die weiter auf ihren Milliarden sitzen, statt die Grundversorgung ihrer Mitglieder anständig zu bezahlen.“

Quelle: Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF)