Canagliflozin bei Typ-2-Diabetes: Geringeres kardiovaskuläres Risiko, höheres Amputationsrisiko

Diabetes Typ 2
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In zwei Studien mit Patienten mit Typ-2-Diabetes und erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen hatten Patienten, die mit dem SGLT2-Inhibitor Canagliflozin behandelt wurden, ein geringeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, aber ein erhöhtes Risiko für Amputationen, speziell der Zehen oder auf Höhe des Mittelfußes.

Das Studienprogramm CANVAS kombiniert die Daten von 2 Studien mit insgesamt 10.142 Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes und hohem kardiovaskulären Risiko. In beiden Studien erhielten die Patienten randomisiert entweder Canagliflozin oder ein Placebo und wurden durchschnittlich 188,2 Wochen nachbeobachtet. Der primäre Endpunkt war eine Kombination aus kardiovaskulär bedingtem Tod, nicht tödlichem Herzinfarkt und nicht tödlichem Schlaganfall. Im Schnitt waren die Teilnehmer 63,3 Jahre alt, 35,8 % waren Frauen. Die mittlere Diabetesdauer lag bei 13,5 Jahren und 65,6 % der Teilnehmer hatten kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte.

Unter Canagliflozin war die Rate an primären Endpunkten geringer als unter Placebo (26,9 vs. 31,5 Teilnehmer pro 1000 Patientjahre; HR 0,86 [95 %-KI 0,75–0,97]; p<0,001 für Nichtunterlegenheit; p=0,02 für Überlegenheit). Aufgrund der präspezifizierten Hypothesentest-sequenz werden die renalen Outcomes als statistisch nicht signifikant angesehen. Die Ergebnisse zeigen aber einen möglichen Benefit von Canagliflozin hinsichtlich der Progression der Albuminurie (HR 0,73 [95 %-KI 0,67–0,79) und des kombinierten renalen Outcomes (40 %ige Reduktion der geschätzten glomerulären Filtrationsrate [eGFR], Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie oder Tod aufgrund renaler Ursachen; HR 0,60 [95 %-KI 0,47–0,77).

Die Komplikationen entsprachen den schon in früheren Studien gemeldeten Risiken von Canagliflozin, mit Ausnahme eines erhöhten Amputationsrisikos (6,3 vs. 3,4 Teilnehmer pro 1000 Patientenjahre; HR 1,97 [95 %-KI 1,41–2,75); die Amputationen betrafen vorwiegend die Zehen und den Mittelfuß.

Autoren: Neal B et al.
Korrespondenz: George Institute for Global Health, Faculty of Medicine, University of New South Wales Sydney, Sydney, Australien
Studie: Canagliflozin and Cardiovascular and Renal Events in Type 2 Diabetes
Quelle: N Engl J Med 2017 Aug 17;377(7):644–657.
Web: www.nejm.org

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