Canine Otitis externa: Neue Erkenntnisse zu Malassezia pachydermatis17. April 2026 (Symbolbild) Foto: © luckybusiness – stock.adobe.com Mutationen in einem Schlüsselprotein machen Malassezia pachydermatis, eine Hefe, die bei Hunden mit häufigen Entzündungen des äußeren Gehörgangs vorkommt, resistenter gegen die zur Behandlung eingesetzten topischen Antimykotika. Die in einer neuen Studie von Tierärzten und Pathobiologen der University of Illinois Urbana-Champaign gewonnenen Erkenntnisse zeigen, wie Pilzinfektionen im Hundeohr sich einer Behandlung entziehen und weisen Tierärzte auf die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Medikamenten hin. Erkenntnisse ermöglichen optimalen Medikamenteneinsatz Durch die Isolierung klinischer Proben von Hefen von Hunden mit wiederkehrenden Ohrenentzündungen und die Untersuchung ihrer DNA-Sequenzen und Proteinstrukturen „gewannen wir Klarheit darüber, warum Hefen eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Antimykotika zeigen“, sagte Lois Hoyer, Professorin für Pathobiologie an der Universität Illinois. „Diese Erkenntnisse ermöglichen es uns, bestehende Medikamente optimal einzusetzen und ihre Wirksamkeit zu erhalten.“ Hoyer konzipierte die Studie gemeinsam mit Dr. Clarissa Pimentel de Souza, Klinikerin und Professorin für Dermatologie und Otologie am College für Veterinärmedizin der University of Illinois. In einem Gespräch erwähnte Souza die zunehmende Häufigkeit persistierender Fälle von mykotisch bedingter Otitis externa in ihrer Klinik sowie wachsende Bedenken hinsichtlich Resistenzen gegen topische Antimykotika. Zeitgleich muss ursächliche Allergie behandelt werden „In der Praxis kommt es häufig vor, dass Antimykotika zur Behandlung rezidivierender hefebedingter Otitis externa eingesetzt werden, ohne die zugrunde liegende Allergie zu behandeln. Wird die primäre allergische Erkrankung nicht gleichzeitig abgeklärt, entwickelt der Hund kurz nach Absetzen des topischen Antimykotikums eine erneute Infektion. Dies führt zu einer chronischen Anwendung von Antimykotika im Ohr, was ein Risikofaktor für die Entwicklung von Resistenzen sein kann“, erklärte Souza. Für die Studie sammelte Souza Proben von Patienten mit Pilzinfektionen im Ohr, wobei einige Patienten beidseitig betroffen waren. Die Proben wurden an Prof. Chien-Che Hung, einen Veterinärmikrobiologen, geschickt, der die Hefe in Reinkultur isolierte. Anschließend analysierten Hoyer und der Doktorand Cole Belcher die Kulturen, um sie zu klassifizieren. „Zunächst wollten wir die Verwandtschaftsverhältnisse der Hefen besser verstehen. Wir führten DNA-Sequenzierungen durch und erstellten einen Stammbaum. Dabei stellten wir fest, dass sie sich in drei Gruppen einteilen lassen“, erklärte Hoyer. Um die Klassifizierungen im Kontext der Antimykotikaresistenz zu betrachten, konzentrierte sich das Team anschließend auf das ERG11-Gen. Dieses Gen kodiert das Protein Erg11, einen wichtigen Bestandteil des Stoffwechselwegs zur Bildung der Hefezellmembran – dem Zielmolekül der Azole, den am häufigsten verschriebenen Antimykotika bei Otitis externa. „Wir haben die DNA-Sequenzen der ERG11-Gene in den Proben ermittelt, sie in Aminosäuren übersetzt und mit dem Referenzstamm verglichen. Dabei stellten wir fest, dass die in den verschiedenen Hefeisolaten veränderten Aminosäuren sich ähnlich wie die Hefe im Stammbaum gruppierten“, erklärte Hoyer. Viele der Mutationen im ERG11-Gen standen nicht im Zusammenhang mit der Empfindlichkeit gegenüber Antimykotika, sondern vielmehr mit der Verwandtschaft der Isolate untereinander. Daher kooperierte das Team aus Illinois mit dem Pharmazieprofessor Joel Tyndall und Elyas McGuire von der University of Otago in Neuseeland, um zu untersuchen, wie die Struktur des Erg11-Proteins dessen Wechselwirkung mit verschiedenen Antimykotika beeinflusst. „Die am häufigsten verschriebenen topischen Antimykotika sind Azole, wobei Miconazol die erste Wahl darstellt“, sagte Souza. „Wenn die Resistenz durch eine Genmutation verursacht wird, die die Struktur des Zielproteins verändert, kann das Antimykotikum nicht daran binden und die Hefe nicht abtöten.“ Die Forscher entdeckten eine wichtige Aminosäure, die in den gegen Miconazol resistenten Stämmen ausgetauscht war. Proben, die klinisch nicht auf Miconazol ansprachen, ließen sich effektiver mit Posaconazol behandeln, einem Azol mit längerem Molekülschwanz, das mehr Kontaktpunkte mit dem Erg11-Protein aufweist. Mittel- und langkettige Azole für rezidivierende oder therapieresistente Otitiden reserviert Souza warnte jedoch davor, dass Tierärzte nicht alle Pilzinfektionen unmittelbar mit den „stärkeren“ Azolen mit längerem Molekülschwanz behandeln sollten. „Tierärzte hoffen, dass ein Allheilmittel jede Art von Infektion abdeckt. Diese Praxis kann zu einem unnötigen Einsatz von Antimykotika führen und somit die Resistenzentwicklung fördern“, sagte Souza. „Aufgrund unserer Ergebnisse empfehlen wir, bei Hunden mit Hefepilzinfektionen der Ohren ein topisches kurzkettiges Azol wie Miconazol oder Clotrimazol als Erstbehandlung einzusetzen. Mittelkettige und langkettige Azole wie Ketoconazol bzw. Posaconazol sollten für rezidivierende oder therapieresistente Fälle reserviert bleiben.“ Als Nächstes planen die Forscher, die Wechselwirkungen von Miconazol-resistenten Hefeisolaten mit langkettigen Azolen genauer zu untersuchen. Sie beabsichtigen außerdem, weitere Hefeproben zu sammeln und zu kultivieren, die wahrscheinlich resistent gegen die Behandlung sind. „Wir möchten diese Isolate mit demselben Testverfahren gegen verschiedene Medikamente testen und anschließend die beobachteten DNA-Sequenzveränderungen mit den Ergebnissen der Medikamententests in Zusammenhang bringen“, sagte Hoyer. „Wir wollen herausfinden, wie wir diese Isolate am besten behandeln können.“ Belcher CM, Souza CP, McGuire E, Hung CC, Tyndall JDA, Hoyer LL. Phylogenetic and Structural Analysis of Miconazole Susceptibility in Malassezia pachydermatis Isolates From Dogs With Otitis Externa. Vet Dermatol. 2026 Mar 19. doi: 10.1111/vde.70059. Epub ahead of print. PMID: 41852310.
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