Cannabidiol-Produkte gegen Schmerzen: teuer, unwirksam und potenziell schädlich24. Juni 2024 Bild: Aleksandr – stock.adobe.com In einer Übersichtsarbeit werden die Ergebnisse von 16 randomisierten Studien zum Nutzen von Cannabidiol bei Schmerzen aufgezeigt. Offenbar hält die Substanz weniger als das, was zumindest die Werbung verpricht. Aufgrund von Aussagen, die oft unter Verstoß gegen die Werbevorschriften kursieren, erregt Cannabidiol (CBD) öffentlich große Aufmerksamkeit. Es soll die Gesundheit fördern und verschiedene Erkrankungen, vor allem Schmerzen, behandeln können. In ihrem Artikel zum Thema CBD und Schmerzen kommen Wissenschaftler aus Kanada und Großbritannien derzeit allerdings zu einem anderen Schluss: Es gibt Hinweise dafür, dass CBD gegen Schmerzen teuer, unwirksam und möglicherweise schädlich ist. Eine Untersuchung der verfügbaren CBD-Produkte in Nordamerika und Europa zeigt laut den Forschenden, dass der CBD-Gehalt von keinem bis zu viel mehr als dem beworbenen Wert variieren kann und häufig andere potenziell schädliche Chemikalien enthalten sind. Diese sind sogar – wie bei Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen gemeldet wurde – mit schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden verbunden. Schmerzexperten hatten bereits im Jahr 2021 nach Beweisen für den Nutzen von Cannabinoiden bei Schmerzen gesucht, sie fanden jedoch keine Studien zu CBD. Seitdem wurden 16 randomisierte CBD-Studien zum Thema Schmerz veröffentlicht. Die Studien betrachteten zwölf verschiedene Schmerzzustände, wobei drei Verabreichungsarten (oral, topisch und bukkal/sublingual) mit verschiedenen CBD-Dosen (6–1600 mg) und Behandlungsdauern (von Einzeldosis bis zu 12 Wochen) zum Einsatz kamen. Von den Studien zeigten 15 keinen Nutzen von CBD versus Placebo. Kleine klinische Studien mit verifiziertem CBD deuten darauf hin, dass das Medikament weitgehend harmlos ist. Während weitreichende Beweise für die Sicherheit fehlen, gibt es aber immer mehr Hinweise darauf, dass CBD mit einer erhöhten Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse und Hepatotoxizität in Verbindung steht. Im Januar 2023 gab die Food and Drug Administration bereits bekannt, dass ein neuer Regulierungsweg für CBD erforderlich sei. Verbraucher und Gesundheitsdienstleister sollten sich laut den Wissenschaftlern daher auf evidenzbasierte Informationen zu CBD verlassen und nicht nur auf Werbung. (sh)
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