Cannabis verändert das Gehirn des Embryos24. Juni 2019 (Foto: © Herbal Hemp/Pixabay) Anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni warnt der Berufsverband der Frauenärzte davor, die Wirkung von Cannabis auf das ungeborene Kind zu unterschätzen. Die Folgen für die Entwicklung des Embryos können ähnlich wie beim Konsum von Alkohol oder Tabak ähnlich verheerend ausfallen. Innerhalb eines Jahres konsumieren in Deutschland elf Prozent aller Frauen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren Cannabis. Diese Zahl hat der Europäische Drogenbericht, herausgegeben von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD), vor wenigen Tagen bekannt gemacht. „Wir wissen nicht, wieviele Frauen mit dem Haschisch-Rauchen aufhören, wenn sie schwanger werden“, so Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „Vielfach wird Cannabis für eine harmlose Droge gehalten, weshalb zu befürchten ist, dass Schwangere häufig weiter Haschisch rauchen, weil sie denken, dass das dem Baby nicht schadet. Aber das ist falsch.“ Cannabis macht, wie Albring betont, nicht nur die Schwangere ‚high‘. Es wirkt auch auf das Gehirn des Ungeborenen. Denn der wichtigste Bestandteil der Droge, das Tetrahydrocannabinol (THC), wird durch den Mutterkuchen, die Plazenta, nur zum Teil zurückgehalten. „Da das Gehirn des ungeborenen Babys sich von Tag zu Tag weiter entwickelt, wirkt Cannabis genau wie Alkohol nicht einfach nur als Droge, sondern als Gift“, erläutert der Frauenarzt. „Es gibt sehr deutliche Hinweise darauf, dass sich die Funktionsweise des kindlichen Gehirns dauerhaft verändert, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Cannabis konsumiert hat, und zwar unabhängig vom Nikotin und den anderen Giftstoffen, die beim Marihuana-Rauchen mit inhaliert werden. Die Veränderungen des Gehirns ließen sich [email protected] einer großen Studie aus den Niederlanden sogar noch bei sechsjährigen Kindern im MRT feststellen.“ „Genau wie beim Rauchen und beim Alkohol dürfte das Aufhören denjenigen Frauen leichter fallen, die ohnehin nur ganz selten von der Droge Gebrauch machen“, so der Frauenarzt. „Viel schwerer fällt es Frauen, die legale oder illegale Drogen regelmäßig und in größeren Mengen konsumieren, und glauben ohne den ‚Stoff‘ ihren Alltag nicht bewältigen zu können. Wir müssen diesen Schwangeren dringend raten, mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt zu sprechen und sich professionelle Hilfe zu holen. Wenn der Partner dieselben Suchtstoffe konsumiert, sollte er sich mit anschließen. Sucht und Schwangerschaft, ebenso wie Sucht und Elternsein, passen nicht zusammen. Wenn ein Kind durch die Droge im Mutterleib krank und lebenslang in seinem Verhalten und seinem Lernen verändert und beeinträchtigt ist, wird es für die Abhängige umso schwieriger, ihren normalen Alltag in den Griff zu bekommen.“
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